Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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bekemmen laſſen. Aber Du mußt es ihr auf eine gute Art ſagen, ſiehſt Du, damit es nicht das Anſehen hat, als brächteſt Du ihr ein Almoſen. Und wenn Dir Jemand begegnet, ſo ſprichſt Du nicht davon, und nimm Dich in Acht, daß Du Nichts verhrichſt.“

Lucia's Augen wurden roth und ſie empfand eine wohl⸗ thuende Rührung in ihrem Herzen; ſchon die vorher⸗ gehenden Reden hatten ſie mehr aufgerichtet als eine ausdrückliche Troſtprediat es vermocht hätte. Ange⸗ zogen von dieſen Schilderungen, von jenen Bildern pomhafter Feier, von jenen Regungen der Frömmigkeit

und Bewunderung, von demſelben Enthuſiasmus ergriffen

wie der Erzähler ſelbſt, machte ſich ihre Seele von dem ſchmerzlichen Gedanken an ſich los, und wenn ſie dennoch zu demſelben zurückkehrte, ſo hatte ſie mehr Kraft gegen ſie gewonnen. Selbſt der Gedanke an das große Opfer

hatte zwar ſeine Bitterkeit nicht verloren, ſchloß aber zu⸗

gleich eine gewiſſe ernſte und feierliche Freude in ſich. Bald darauf kam der Pfarrer des Orts und ſagte, der Cardinal habe ihn abgeſandt, um ſich nach Lucia zu erkundigen und ihr mitzutheilen, daß der hochwürdige Herr ſie noch am heutigen Tage zu ſehen wünſche; ſodann ſtat⸗ tete er den Chegatten im Namen deſſelben großen Dank

ab. Alle drei waren dermaßen ergriffen und gerührt, daß

ſie keine Worte fanden, um für dieſe Gnade eines ſo hoch⸗ geſtellten Mannes zu danken.

„Und Eure Mutter iſt noch nicht angekommen?“ fragte

der Pfarrer Lucia.

„Meine Mutter!“ rief dieſe. Als ſie dann von ihm hörte, daß er auf Veranſtaltung und auf Befehl des Erz⸗ biſchofs nach ihr geſchickt habe, da zog ſie die Schürze über die Augen und brach in einen Thränenſtrom aus,

der noch eine Weile, nachdem der Pfarrer weg war, fort⸗

floß. Hernach, als die ſtürmiſchen Gefühle, die durch dieſe Nachticht aufgeregt worden, ruhigern Gedanken zu weichen

anfingen, erinnerte ſich die Aermſte, daß ſie dieſe ihr jeht

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