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Sinn davon haben ſie im Kopf. Und ohne daß er dieſen Herrn nannte, wie begriff man dennoch ſo gut, daß er von ihm ſprechen wollte! Man hatte ihn aber auch, um ihn zu begreifen, nur zu beobachten gebraucht, als ihm die
hränen im Auge ſtanden„und dann begann die ganze Kirche zu weinen.“
„Ja es iſt wahr,“ hrach der Knabe los,„aber warum weinten ſie denn alle ſo wie die kleinen Kinder?“
„Schweig! Und das trotzdem, daß es harte Herzen in unſerem Dorfe gibt. Und er hat ſo ſchön gezeigt, daß man, wenn auch die Theurung eingetreten ſei, dem Herrn danken, zufrieden ſein und Alles thun müſſe, was man könne, arbeiten, einander beiſtehen und dann zufrieden ſein; denn das Unglück beſtehe ganz und gar nicht darin, daß man leide und arm ſei, ſondern darin, daß man Böſes thut; und dies ſind nicht blos ſchöne Worte, denn man weiß, daß er gleichfalls wie ein armer Mann lebt und ſich das Brod vom Munde abſpart, um es den Hungrigen zu geben, obſchon er ſich mehr als ein Anderer gute Tage machen könnte. Ach ja, es iſt ein wahres Vergnügen, einen ſolchen Mann reden zu hören; bei ihm heißt es nicht, wie bei ſo vielen Andern: Thut nach meinen Worten und nicht nach meinen Werken. Und dann hat er ſo ſchön gezeigt, daß auch diejenigen, die nicht gerade das ſind, was man vornehme Leute nennt, ſobald ſie mehr als das Nothwendige haben, verpflichtet ſind, den Leivenden davon mitzutheilen.“
Hier unterbrach er, wie von einem Gedanken über⸗ raſcht, ſelbſt ſeine Rede. Er ſann einen Augenblick nach, dann füllte er ſeine Schüſſel mit den Speiſen, die auf dem Tiſche ſtanden, legte ein Brod dazu, deckte eine Ser⸗ viette darüber, nahm dieſe bei den vier Zipfeln und gab ſie ſeinem älteſten Mädchen mit den Worten:„Nimm das.“ In die andere Hand gab er ihr ein Fläſchchen Wein und fügte hinzu:„da geh zur Wittwe Maria; bring ihr
das und ſage ihr, ſie ſolle ſich's und ihren Kindern wohl 2
Die Verlobten. Ul.


