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genwärtig war, als ſeine Frau von dem Pfarrer erſucht wurde, dieſe menſchenfreundliche Reiſe zu unternehmen, ſo hatte er nicht blos ſeinen Beiſfall gegeben, ſondern würde auch alle ſeine Ueberredungskunſt dafür aufgeboten haben, wenn es nöthig geweſen wäre. Und jetzt, nachdem der Gottesdienſt, das feſtliche Gepränge, der Zuſammenlauf und vor allem die Predigt des Cardinals, alle ſeine guten Ge⸗ fühle noch geſteigert hatten, kehrte er mit geſpannter Er⸗ wartung, mit einem ängſtlichen Verlangen den Erfolg der Sendung zu erfahren und die arme Unſchuldige wohlbe⸗ halten anzutreffen, nach Hauſe zurück.
„Da ſieh her,“ ſagte bei ſeinem Eintritte die gute Frau, indem ſie auf Lucla deutete. Dieſe ſtand erröthend auf und begann einige Entſchuldigungen zu ſtammeln. Er aber trat zu ihr und unterbrach ſie, indem er ſie aufs Freundlichſte begrüßte und rief:„Willkommen, willkommen! Ihr ſeid der Segen des Himmels in dieſem Hauſe. Wie freue ich mich, Euch hier zu ſehen! Man konnte wohl zum voraus wiſſen, daß Ihr glücklich in den Hafen ein⸗ laufen würdet, denn ich habe niemals gefunden, daß der Herr ein Wunder begonnen hätte, ohne es auch gut zu Ende zu führen; aber ich freue mich, Euch hier zu ſehen. Armes Mädchen! Es iſt doch eine große Sache ein Wun⸗ der empfangen zu haben!“
Man glaube nicht, daß er der Einzige war, der die Sache ſo auffaßte, weil er die Legendenſammlung geleſen: im ganzen Dorf und in der ganzen Umgegend ſprach man, ſo lange ſich das Andenken daran erhieit, nicht anders da⸗ von. Und, die Wahrheit zu ſagen, bei den Rebenumſtän⸗ den, die ſich in der Folge daran knüpften, konnte man der Sache auch keinen andern Namen geben.
Dann trat er bedächtig auf ſeine Frau zu, die eben den Keſſel von der Feuerkette losmachte, und ſagte ganz leiſe zu ihr:„Iſt Alles gut abgelaufen?“
„Ganz gut: ich werde es Dir nachher erzählen.“
„Ja, ja, mit Beguemlichkeit.“


