Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Fenſterchen der Schläge zugezogen, ſodann liebreich Lu⸗ eia's Hände ergriffen und angefangen, ſie mit frommen Worten und zärtlichen Glückwünſchen zu tröſten. Da ſie ſah, daß das arme Mädchen, abgeſehen von ihrer Er⸗ ſchöpfung durch ſo viele überſtandene Leiden, ganz beſon⸗ ders auch durch den Mangel an einem klaren Einblick in dieſen Wirrwarr der Ereigniſſe verhindert wurde, ſich ihrer Befreiung zu freuen, ſo ſagte ſie ihr Alles, was ſie nur für zweckmäßig hielt, um ihrem Gedächtniß wieder aufzu⸗ helfen; um ihre Gedanken zu entwirren, und ſo zu ſagen, wieder in's Gleiche zu bringen. Sie nannte ihr das Dorf, woher ſie war und wohin jetzt die Reiſe ging.

„So,“ ſagte Lucia, welche wußte, daß es von dem ihrigen nicht ſehr entfernt warz„ach, heiligſte Madonna, ich danke Dir! meine Mutter! meine Mutter!“

„Wir wollen ſie ſogleich holen laſſen,“ ſagte die gute Frau, die nicht wußte, daß dieß bereits geſchehen war⸗

„Ja, ja, Gott wird es Euch vergelten! Und Ihr, wer ſeid Ihr, wie ſeid Ihr dazu gekommen?

„Unſer Pfarrer hat mich geſchickt,“ ſagte die gute Frau,„denn dieſem Herrn da hat Gott(ihm ſei Ehre und Preis!) das Herz gerührt, und er iſt in unſer Dorf gekommen, um mit dem Herrn Cardinal Erzbiſchof zu ſprechen, der zum Kirchenbeſuch bei uns iſt, der theure Gottesmaun; und da hat er ſeine ſchweren Sünden be⸗ reut und will ſein Leben ändern, und er hat dem Cardinal geſagt, er habe ein armes, unſchuldiges Mädchen, nämlich Euch, im Einverſtändniß mit einem andern gottloſen Men⸗ ſchen, den mir aber der Pfarrer nicht nannte, rauben laſſen.“

Lucia erhob die Augen zum Himmel.

„Solltet Ihr vielleicht wiſſen, wer der Andere iſt?“ fuhr die gute Frau fort;„genug, der Herr Cardinal hat alſo gedacht, da es ſich um ein junges Mädchen handle, ſo müſſe man eine Frau zur Begleitung haben, und er hat zum Pfarrer geſagt, er ſolle eine ſolche ſuchen, und