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da iſt denn der Pfarrer ſo gütig geweſen, zu mir zu kommen
„O, der Herr vergelte Euch Eure Freundlichkeit.“
„Denkt Euch nur, mein armes Mädchen! Und da hat der Herr Pfarrer zu mir geſagt, ich ſolle Euch Muth einſprechen, ich ſolle Euch ſogleich wieder aufzurichten ſuchen und Euch zu verſtehen geben, wie wunderbar der Herr Euch gerettet hat.“
„Ach ja, recht wunderbar, auf die Fürbitte der Ma⸗ donna.“
„Seid alſo guten Muths und verzeihet dem Manne, der Euch Böſes zugefügt hat; ja, Ihr müßt Euch ſogar freuen, daß Gott Barmherzigkeit an ihm verübt hat, und für ihn beten; Ihr werdet damit nicht nur ein verdienſt⸗ liches Werk thun, ſondern es wird auch Euch ſelbſt das Herz erweitern.“
Lucia antwortete mit einem Blick, der ihren Beifall ſo deutlich ausdrückte, als es Worte hätten thun können, und zugleich mit einem Hochgefühl, das Worte nicht wie⸗ derzugeben vermöchten.
„Braves Mädchen,“ fuhr die Frau fort,„da ſich nun auch Euer Pfarrer in unſerm Dorfe befand— es ſind ihrer aus der ganzen Umgegend ſo viele verſammelt, daß man vier Hochämter zu gleicher Zeit halten könnte— ſo hat der Herr Cardinal es für gut befunden, auch ihn mitzuſchicken, obſchon er nicht viel geholfen hat; denn ich habe ſchon früher ſagen hören, daß er eine feige Memme ſei, aber bei dieſer Gelegenheit habe ich ſehen müſſen, daß er gar nicht wußte, wo ihm der Kopf ſtand; er war wie die Maus im Flachs.“
„Und dieſer Herr,“ fragte Lucia,„dieſer Herr, der jetzt gut geworden iſt,„ wer iſt er?
„Wie! Ihr wißt das nicht?“ ſagte die gute Frau und nannte den Namen.
„Ach, barmherzigſter Gott!“ rief Lucia.„Wie oft hatte ſie dieſen Namen mit Abſcheu in mehr als einer


