Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Höh'; ſeid kein Kindz macht, daß wir ſchnell fortkommen,“ ſagte Don Abbondio zu ihr. Lucia richtete den Kopf em⸗ por, ſchaute den Ungenannten an, und als ſie dieſe Stirne geſenkt, dieſen Blick verwirrt und zur Erde geheftet ſah, da ſagte ſie, von einem gemiſchten Gefühl des Troſtes, der Dankbarkeit und des Mitleios ergriffen:„Ach, gnädi⸗ ger Herr, Gvott vergelte Euch Eure Barmherzigkeit!“

„Und Euch tauſendmal die Wohlthat, die Ihr mir durch dieſe Worte erzeigt,“ antwortete der Ungenannte.

Nachdem er dieſes geſprochen, wandte er ſich um, ſchritt auf die Thüre zu und ging zuerſt hinaus. Lucia folgte ihm ganz neubelebt mit der Frau, welche ihr den Am bot; Don Abbondio kam hintendrein. Sie ſtiegen die Treppe hinab und kamen an das Pförtchen, das auf den kleinen Hof führte. Der Ungenannte riß die Thüre auf, ging an die Sänfte, öffnete den Schlag, nahm mit einer gewiſſen, beinahe ſchüchternen Höflichkeit,— zwei neue Dinge an ihm— Lucia am Arm und half zuerſt ihr und dann der guten Frau hinein. Hierauf nahm er aus den Händen des Sänftenführers die Zügel der beiden Maul⸗ thiere und reichte auch Don Abbondio, der ſich dem ſeini⸗ gen genähert hatte, den Arm.

„O, welche Herablaſſung!“ ſagte dieſer und ſtieg jetzt weit flinker als das erſte Mal hinauf. Der Zug ſetzte ſich in Bewegung, ſobald auch der Ungenannte ſein Thier beſtiegen hatte. Seine Stirne hatte ſich wiever er⸗ hoben, ſein Blick hatte den gewohnten, gebieteriſchen Aus⸗ druck wieder angenommen. Die Banditen, die ſich am Wege befanden, bemerkten zwar auf ſeinem Geſichte die Zeichen eines mächtigen Gedankens, einer außerordentlichen Sorge, aber mehr begriffen ſie nicht und konnten auch nicht mehr begreifen. Man wußte noch Nichts von der großen Umwandlung, die in dem Mann vorgegangen war, und auf dem Wege der Vermuthungen wäre wahrhaftig keiner darauf gekommen.

Die gute Frau hatte ſogleich die Vorhänge an den

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