Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Einverſtändniß mit Don Rodrigo: was für Leute! Aber wie hat der ſie in ſeine Klauen bekommen? wer weiß es Das Alles iſt ein Geheimniß mit dem hochwürdigen Bi⸗ ſchof; und mir, der ich ihretwegen ſo herumtraben muß, mir ſagt man Nichts. Es liegt mir gar nichts daran, die Angelegenheiten anderer Leute zu erfahren, aber wenn man einmal ſeine Haut dafür hergeben ſoll, ſo hat man auch ein Recht, zu wiſſen warum? Wenn es ſich eigentlich nur darum handelte, das arme Mädchen abzuholen! Nun denn Geduld! übrigens hätte er ſie auch ſogleich mitbrin⸗ gen können. Und dann, wenn er ſo bekehrt, wenn er ein heiliger Vater geworden iſt, wozu bedurfte es da meiner? O welch ein Chaos! Genug! Gebe der Himmel, daß es ſo ſei! es wird ein ſchweres Ungemach geweſen ſein, aber Geduld! Ich werde mich auch dieſer armen Lucia wegen freuen; auch ſie muß einer großen Gefahr entgangen ſein, der Himmel weiß, was ſie gelitten hat, ich bedauere ſie, aber ſie iſt zu meinem Unglück geboren.. Könnt ich wenigſtens dem da recht ins Herz ſehen, was er denkt! Wer kann ihn begreifen? Man ſehe ihn einmal an; bald ſchaut er drein wie der heilige Antonius in der Wüſte, bald wieder wie der leibhaftige Holofernes. O ich armer Mann! ich armer Mann! Schon gut, der Himmel iſt ver⸗ pflichtet, mir zu helfen, denn ich habe mich nicht aus eige⸗ nem Fürwitz hinzugedrängt.

In der That ſah man über das Geſicht des Unge⸗ nannten die Gedanken hinziehen, wie bei einem Ungewitter die Wolken über das Angeſicht der Sonne hineilen, ſo daß einmal ums andere ein blendendes Licht mit einem trüben Schatten abwechſelt. Vald erhob ſich ſeine Seele, noch ganz trunken von den liebreichen Worten Federigo's, gleich⸗ ſam neugeſchaffen und verjüngt zu jenen Ideen der Barm⸗ herzigkeit, der Verzeihung und Liebe; bald aber ſank ſie unter dem Gewicht der furchtbaren Vergangenheit wieder zuſammen. Er forſchte ängſtlich nach, welche Ungerechtig⸗ keiten wieder gut gemacht werden könnten, welche Unterneh⸗