236
Ruchloſigkeit in der Welt das Oberſte zu unterſt gekehrt, bringt er die Welt jetzt durch ſeine Bekehrung in Unord⸗ nung.. wenn es mit dieſer überhaupt ſeine Richtigkeit hat. Und nun muß ich dazu herhalten, um die Sache zu erproben!. als ob nicht diejenigen, die mit der Wuth im Leib auf die Welt gekommen ſind, immer einen wahren Drang hätten, Spectakel zu machen. Was hat man davon wenn man ſein ganzes Leben lang der rechtſchaffene Mann geweſen iſt, wie ich es war? Rein Herr; da muß man Alles kurz und klein ſchlagen, die Leute umbringen, den Teufel machen„v ich armer Mann!.. Und her⸗ nach muß man noch mit ſeiner Buße ſelbſt einen ſolchen Wirrwarr anrichten! Buße kann man, wenn man nur den rechten Willen hat, ganz ruhig zu Hauſe thun, ohne ſol⸗ chen Lärm zu machen und ſeinem Nächſten ſo viele Wider⸗ wärtigkeiten zu bereiten. Und dann Se. Hochwürden, mir nichts dir nichts mit offenen Armen, lieber Freund hinten
und lieber Freund vorne; und alles glauben, was dieſer
Menſch da ſagt, als ob man ein Wunder hätte thun ſehen, und dann ſo urplötzlich einen Entſchluß faſſen, mit Hän⸗ den und Füßen zugleich hineinplumpen, ſchnell hier und ſchnell da; in meinem Lande nennt man das Unüberlegt⸗ heit. Und, ohne daß man das mindeſte Aufgeld hat, ihm einen armen Pfarrer zu überantworten! daß heißt mit einem Menſchenleben Gerade und Ungerade ſpielen. Ein heiliger Biſchof wie er ſollte für ſeinen Pfarrer Sorge tragen, wie für den Stern ſeiner Augen. Ein bischen Be⸗ ſonnenheit, ein bischen Klugheit, ein bischen Menſchenliebe würde ſich meines Bedünkens auch mit der Heiligkeit ver⸗ tragen.„Und wenn Alles nur ein Kömödienſpiel wäre... wer kann alle Abſichten der Menſchen kennen, und vollends ſolcher Menſchen, wie dieſer da iſt? Wenn ich bedenke, daß ich mit ihm in ſein Haus gehen muß! da kann ir⸗ gend ein Teufel dahinterſtecken: v ich armer Mann! es iſt am beſten, ich denke gar nicht darau. Was iſt das für ein Wirrwarr mit dieſer Lucia? Man ſieht, es war ein
—————
6


