Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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einen Ruf des Sänftenführers in Bewegung und der Zug ging voran.

Man mußte an der vollgedrängten Kirche vorbei, über einen kleinen Platz, der gleichſalls von Landleuten wim⸗ melte, die zu ſpät gekommen waren und innen keinen Raum mehr gefunden hatten⸗ Die große Neuigkeit hatte ſich be⸗ reits verbreitet, und beim Erſcheinen des Zuges, beim Er⸗ ſcheinen dieſes Mannes, der noch vor wenigen Stunden Gegenſtand des Schrecks und der Verwünſchung geweſen nunmehr aber Gegenſtand einer freudigen Verwunderung geworden war, erhob ſich in der Menge ein beifälliges Gemurmel; ſie machte Platz, blieb aber ſtehen, um ihn aus der Nähe zu betrachten. Die Sänfte kam vorüber, der Ungenannte kam vorüber, und vor der weit offenen Kir⸗ chenthüre zog er den Hut ab und beugte ſeine ſo gefürchtete Stirne bis auf die Mähne des Maulthiers, während hun⸗ dert Stimmen ſummten: Gott ſegne Euch! Auch Don Ab⸗ bondio zog ſeinen Hut ab und verneigte ſichz er befahl ſich dem Himmel, aber als er das ſeierliche Konzert ſeiner Amts⸗ brüder hörte, die aus voller Bruſt ſangen, da empfand er einen Meid, eine ſchwermüthige Rührung: eine ſolche An⸗ wandlung von Frömmigkeit in ſeinem Herzen, daß er ſich kaum der Thränen zu enthalten vermochte.

Als ſie dann zum Orte hinaus, auf das offene Feld, in das zuweilen gänzlich verlaſſene Labyrinth der Straße kamen, da legte ſich ein noch dunklerer Schleier über ſeine Gedanken. Der einzige Gegenſtand, auf welchem er ſeinen Blick mit einiger Zuverſicht ruhen laſſen konnte, war der Sänftenführer, der, da er zur Dienerſchaft des Cardinals

gehörte, ganz gewiß ein rechtſchaffener Mann ſein mußte

und überdies nicht gerade ängſtlich ausſah. Von Zeit zu

Zeit erſchienen auch Wanderer, die mit eiligen Schritten

herbei eilten, um den Cardinal zu ſehen, und das war denn ein, wenn auch flüchtig vorübergehendes Labſal für Don Abbondio. Nun aber nahte man ſich dieſem ſchrecklichen Thale, wo man nur Unterthanen des guten Freundes be⸗