Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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der Löwe und die Kuh werden mit einander Stroh eſſen.“ kam Don Abbondio, auf welchen Niemand achtete. Als ſie mitten im Zimmer waren, kam von der an⸗ dern Seite der Kammerdiener des Cardinals herein, näherte ſich ihm und meldete, er habe die durch den Kapellan er⸗ haltenen Befehle vollzogen, die Sänfte und die beiden Maulthiere ſeien bereit, und man erwarte nur noch die Frau, welche der Pfarrer herbeiführen werde. Der Car⸗ dinal ſagte ihm, ſohald dieſer komme, ſolle man ihm ſa⸗ gen, daß er mit Don Abbondio zu ſprechen habe, und dann ſolle Alles nach deſſen und des Ungenannten Befehlen ge⸗ ſchehen, welchem er zum Abſchiede von Neuem die Hand drückte mit den Worten:„Ich erwarte Euch.“ Er wandte ſich, um Don Abbondio mit einem Kopfnicken zu grüßen, und brach dann in der Richtung nach der Kirche auf. Die Geiſtlichkeit ging halb in ungeordneter Maſſe, halb in Prozeſſion hinter ihm her; die zwei Reiſegefährten blieben allein zurück.

Der Ungenannte ſtand ganz in ſich gekehrt, gedanken⸗

voll da; er wartete mit Ungeduld des Augenblicks, wo er

ſeine Lucia, die Seinige jetzt in einem ganz andern Sinn als Tags zuvor, aus den Qualen der Gefangenſchaft er⸗ löſen könne, und auf ſeinem Geſicht drückte ſich eine hef⸗ tige Aufregung aus, welche dem argwöhniſchen Auge Don Abbondio's leicht als etwas Schlimmeres erſcheinen konnte⸗ Er ſchaute ihn von der Seite blinzelnd an und hätte ſo gern ein freundliches Geſpräch mit ihm angeknüpft.„Aber was habe ich ihm denn zu ſagen?“ dachte er:„abermals es freut mich— was freut mich denn? daß Ihr, nach⸗ dem Ihr bisher ein Teufel geweſen, endlich beſchloſſen habt, ein rechtſchaffener Mann zu werden wie die An⸗ dern? Ein ſchönes Kompliment das!— Ei, ei, ei, ich mag die Worte drehen, wie ich will, dieſes: Es freut mich! würde keinen andern Sinn haben. Und ob es auch wirklich wahr iſt, daß er ſo Knall und Fall ein recht⸗