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wagt es nicht ſich zu entfernen, weil er nicht gern als Memme erſcheinen möchte, und er ſagt in ſeinem Herzen: „O, wenn ich doch daheim wäre!“
Dem Cardinal, der Anſtalten machte fortzugehen, wobei er den Ungenannten fortwährend an der Hand hielt und mit ſich zog, fiel der arme Mann der ſo unbeholfen, verdutzt und mit ſo ſauertöpfiſcher Miene zurückblieb, vyn Neuem in's Auge. Da er nun dachte, ſein Verdruß möchte theilweiſe auch daher kommen, daß er ſich hintan⸗ geſetzt und gleichſam bei Seite geſchoben glaube, beſonders gegenüber einem mit ſolcher Zuvorkommenheit aufgenovm⸗ menen und auf ſo liebkoſende Weiſe behandelten Böſewichte, ſo wandte er ſich im Vorbeigehen gegen ihn, blieb einen Augenblick ſtehen und ſagte mit einem liebevollen Lächeln: „Herr Pfarrer, Ihr ſeid immerdar bei mir im Hauſe un⸗ ſers guten Vaters, aber dieſer da.. dieſer perierat et inventus est(iſt verloren geweſen und gefunden worden).“
„O, wie freut mich das!“ ſagte Don Abbondio, indem er gegen Beide zugleich einen großen Bückling
achte.
Der Erzbiſchof ging voraus, drückte an die Thür⸗ flügel, die ſogleich durch zwei an den Seiten ſtehende⸗ Diener von außen weit aufgeriſſen wurden, und das merk⸗ würdige Freundespaar zeigte ſich nunmehr den begierigen Blicken der im Zimmer verſammelten Geiſtlichkeit. Man ſah jetzt dieſe zwei Geſichter, auf denen eine verſchiedene, aber gleich tieſe Rührung ſich abſpiegelte; in Feverigo's ehrwürdigen Zügen eine dankbare Zärtlichkeit, eine demü⸗ thige Freude; in den Zügen des Ungenannten eine durch Troſt gemilderte Verwirrung, eine neue Schaam, eine Zerfnirſchung, aus welcher jedoch noch immer die Kraft dieſer wilden und heftigen Natur hervorſchimmerte. Und man erfuhr nachher, daß mehr als einem der Zuſchauer damals der bekannte Vers aus Jeſaias eingefallen war: „Der Wolf und das Lamm werden auf eine Weide gehen,


