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feigherzigen Bedenklichkeiten gänzlich zerſtreuen wollte und
es doch nicht für paſſend hielt, den Pfarrer auf die Seite zu nehmen und leiſe mit ihm zu ſprechen, während ſein neuer Freund als dritte Perſon dabei ſtand, ſo ſchien es ihm das beſte Mittel das zu thun, was er auch ohne dieſen Grund gethan haben würde, nämlich mit dem Un⸗ genannten zu ſprechen, aus deſſen Antworten dann Don Abbondio endlich erkennen müßte, daß er nicht mehr dieſer furchtbare Menſch ſei. Er näherte ſich alſo dem Unge⸗ nannten, und mit jener Miene ungezwungener Vertraulich⸗ keit, die ſich ſowohl bei einer neuen ſtarken Zuneigung, wie bei einer alten innigen Freundſchaft findet, ſagte er zu ihm:„Glaubet nicht, daß ich mich mit Euerm heuti⸗ gen Beſuch zufrieden gebe. Ihr werdet zurückkommen, nicht wahr? in Geſellſchaft dieſes rechtſchaffenen Geiſtlichen?“
„Ob ich zurückfommen werde,“ antwortete der Unge⸗ nannte,„ſelbſt wenn Ihr mich abwieſet, ſo würde ich beharrlich wie ein Bettler an Euerer Thüre ſtehen; es iſt mir Bedürfniß, Euch zu hören, zu ſehen; ich bedarf Eurer.“
Federigo ergriff ſeine Hand, drickte ſie und ſagte: „Dann werdet Ihr alſo dem hieſigen Pfarrer und mir die Gunſt erweiſen, das Mittagsbrod mit uns zu eſſen. Ich erwarte Euch. Inzwiſchen gehe ich, um mit dem Volk zu beten und zu danken; Ihr aber gehet, um die erſten Früchte der Barmherzigkeit zu pflücken.“
Don Abbondio ſtand bei dieſen Demonſtrationen wie ein ängſtlicher Junge da, der Jemand ganz furchtlos einen großen, ſtruppigen, rothäugigen Köter, welcher ſich durch Beißen und ſeine Bösartigkeit berüchtigt gemacht hat, ſtreicheln ſieht und den Herrn ſagen hört, ſein Hund ſei ein gar gutes, ſanftes und frommes Vieh; er ſieht den Herrn an und wagt weder zu widerſprechen, noch beizu⸗ ſtimmenz er ſieht den Herrn an und getraut ſich nicht, ihm näher zu treten, weil er fürchtet, das gute Vieh möchte ihm, wenn auch nur zum Spaß, die Zähne weiſenz er


