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Als auch der Kaplan gegangen war, wandte er ſich an Don Abbondio.
Dieſer, der ihm bereits nahe ſtand, um ſich von je⸗ nem andern Herrn fern zu halten, und der inzwiſchen ver⸗ ſtohlenerweiſe bald den Einen, bald den Andern angeſchielt hatte, indem er fortwährend bei ſich ſelbſt Kalender machte, auf was denn eigentlich dieſes ganze Treiben hinaus wolle, trat jetzt einen Schritt vor, verbeugte ſich und ſagte: „Man hat mir bedeutet, daß Ew. Hochwürden nach mir verlange, aber ich glaube, es beruht auf einem Mißver⸗ ſtändniß.“
„Ganz und gar nicht,“ antwortete Federigo; ich habe Euch eine frohe Nachricht und einen köſtlichen, höchſt angenehmen Auftrag zu ertheilen. Ein Mädchen aus Eurer Gemeinde, das Ihr ſchon als verloren beweint haben werdet, Lucia Mondella iſt wieder gefunden worden und befindet ſich hier in der Nähe, im Hauſe dieſes meines lieben Freundes, und Ihr werdet jetzt mit ihm und einer Frau, welche der Herr Pfarrer von hier eben holt, hin⸗ gehen, Ihr werdet hingehen, ſage ich, um dieſes, Euer Kind, abzuholen und hierher zu begleiten.“
Don Abbondiv that ſein Möglichſtes, um den Ver⸗ druß, was ſage ich? den Kummer und Grimm zu ver⸗ hehlen, welchen ein ſolcher Vorſchlag oder Befehl in ihm erregte, und da es nicht mehr Zeit war, eine garſtige Gri⸗ maſſe, die ſich bereits auf ſeinem Geſicht gebildet hatte, rückgängig zu machen und abzulegen, ſo verbarg er ſie, indem er ſich zum Zeichen gehorſamer Willfährigkeit tief verneigte. Sodann erhob er ſein Geſicht wieder, um ge⸗ gen den Ungenannten eine zweite, tiefe Verbeugung zu machen mit einem jämmerlichen Blick, welcher beſagen wollte:„Ich bin in Euren Händen, habt Erbarmen; parcere subjectis(man muß die Ueberwundenen ſchonen).“
Der Cardinal fragte ihn darauf, ob Lucia Ver⸗ wandte habe. 6
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