Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Mädchen iſt ein Unterpfand der Vergebung Gottes! Be⸗ mühet Euch, daß Ihr ein Werkzeug der Rettung für die⸗ jenige werdet, deren Verderben Ihr wolltet. Gott ſegne Euch! Gott hat Euch geſegnet! Wißt Ihr, woher unſere arme Bedrängte iſt?“

Der Edelmann nannte Lucia's Dorf.

„Es iſt nicht weit von hier,“ ſagte der Cardinal. „Gelobt ſei Gott! und wahrſcheinlich So ſprechend lief er an ein Tiſchchen und klingelte. Alsbald trat angſt⸗ voll der Kaplan Kreuzträger herein, und ſein Erſtes war, daß er einen Blick auf den Ungenannten warf;z als er dann dieſes umgewandelte Geſicht und dieſe rothgeweinten Augen ſah, blickte er den Cardinal an, und da er trotz der unveränderlichen Ruhe deſſelben eine gewiſſe ernſte Zufriedenheit, eine außerordentliche Sorge auf ſeinem Ge⸗ ſichte bemerkte, ſo wäre er beinahe verzückt mit vffenem Munde ſiehen geblieben, wenn der Cardinal ihn nicht alsbald aus dieſer Betrachtung durch die Frage geweckt hätte, ob unter den hier verſammelten Pfarrern der von ſich befinde.

„Ja, hochwürdigſter Herr,“ antwortete der Kaplan.

„Schickt ihn ſogleich herein und mit ihm den hie⸗ ſigen Pfarrer.“

Der Kaplan trat hinaus in das Zimmer, wo die Pfarrer verſammelt waren; Aller Augen wandten ſich auf ihn. Noch immer mit vffenem Munde, noch immer mit dem vollen Ausdruck der Verzückung in ſeiner Miene, erhob er die Hände, fuhr damit durch die Luft und ſagte:„Meine Herrn! meine Herrn! haec mutatio dexterae Exceisi (dieſe Veränderung kommt von der Rechten des Höchſten),“ und nun blieb er einen Augenblick ſtumm ſtehen, ſodann nahm er den Ton und die Stimme ſeines Amtes wieder an und fuhr fort:„Se. Eminenz verlangt den Herrn Pfarrer der hieſigen Gemeinde und den Herrn Pfarrer

von F zu ſprechen?“

Der erſte Gerufene trat ſogleich vor, und zu gleicher Die Verlobten. IM. 15