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chend, ſtreckte er die Hand aus, um die des Ungenannten zu ergreifen.
„Nein, nein,“ rief dieſer,„bleibt ferne, ferne von mir; beſchmutzet dieſe unſchuldige und wohlthätige Hand nicht. Ihr wißt nicht, was diejenige, die Ihr drücken wollt, Alles vollbracht hat!“
„Erlaubt,“ ſagte Federigo, indem er ſie mit liebe⸗ voller Gewalt ergriff,„erlaubt, daß ich dieſe Hand drücke, die ſo viel Unrecht wieder gut machen, ſo viele Wohl⸗ thaten ſpenden, ſo viele Bekümmerte aufrichten, die ſich wehrlos, friedfertig, demüthig ſo vielen Feinden entgegen⸗ ſtrecken wird.“
„Es iſt zu viel,“ ſchluchzte der Ungenannte,„laßt mich, hochwürdiger Herr; guter Federigo, laßt mich. Eine große Volksmenge erwartet Euch; ſo viele gute See⸗ len, ſo viele Unſchuldige, ſo Viele, die aus weiter Ferne gekommen ſind, um Euch einmal zu ſehen, Euch zu hö⸗ ren, und Ihr verweilt Euch, mit wem?“
„Laſſen wir die neunundneunzig Schäflein,“ ant⸗ wortete der Cardinal, ſie ſind ſicher auf dem Berge; ich will bei demjenigen bleiben, das da verirrt war. Dieſe Seelen ſind jetzt vielleicht viel zufriedener, als wenn ſie dieſen armen Biſchof ſehen könnten. Vielleicht läßt Gott, der das Wunder der Barmherzigkeit in Euch bewirkt hat, jetzt eine Freude in ſie ſtrömen, deren Urſache ſie noch nicht kennen. Dieſes Volk iſt vielleicht, ohne es zu wiſ⸗ ſen, mit uns vereinigt: vielleicht legt der heilige Geiſt eine unbewußte Inbrunſt der Liebe in ihre Herzen, ein Gebet für Euch, das Er ethört, eine Dankſagung, deren noch nicht gekannter Gegenſtand Ihr ſeid.“ So ſprechend, ſchlang er die Arme um den Hals des Ungenannten, der, nachdem er ſich ihnen zu entziehen geſucht und einen Augenblick ſich geſträubt hatte, wie überwältigt von dieſem Ungeſtüm der Liebe nachgab, ſeinerſeits den Cardinal um⸗ armte und ſein zitterndes, umgewandeltes Geſicht auf die Schulter deſſelben ſinken ließ. Seine brennenden Thränen


