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Allmächtige aus Euch zu ziehen vermag? Was er aus dieſem ungeſtümen Willen, aus dieſer unerſchütterlichen Beharrlichteit machen kann, ſobald er ſie mit Liebe, Hoff⸗ nung, Reue belebt und entflammt hat? Wer ſeid Ihr, armer Menſch, daß Ihr glauben ſolltet, Ihr hättet für Euch ſelbſt im Böſen größere Dinge auszufinnen und zu vollbringen vermocht, als Gott Euch zwingen könnte, im Guten zu wollen und zu vollbringen? Was Gott aus Euch machen kann? Und Euch verzeihen? und Euch retten? und das Werk der Erlöſung in Euch vollenden? ſind das nicht herrliche und ſeiner würdige Dinge? O denkt! wenn ich geringes Menſchlein, ich Elender, bei all mei⸗ ner Eigenliebe und meinen Fehlern mich ſo innig um Euer Heil bekümmere, daß ich dafür mit Freuden— Er iſt mein Zeuge!— dieſe wenigen Tage hingeben möchte, die mir noch übrig ſind, o bedenkt, wie groß, wie mäch⸗ tig muß nicht die Barmherzigkeit deſſen ſein, der mir die⸗ ſes ſo unvollkommene, aber ſo lebhafte Erbarmen einflößt! wie muß derjenige Euch lieben und Euch wohlwollen, der mir eine Liebe zu Euch gebietet und eingibt, die mich verzehrt!“
Während dieſe Worte über ſeine Lippen kamen, ath⸗ meten ſein Geſicht, ſein Blick, alle ſeine Geberden den Sinn derſelben. Die Miene ſeines Zuhörers, die anfangs krampfhaft verzerrt war, nahm zuerſt den Ausdruck des Erſtaunens und tiefer Achtſamkeit an, dann beruhigte ſie ſich in einer innigen und weniger angſtvollen Rührung. Seine Augen, die ſeit ſeiner Kindheit die Thränen nicht mehr gekannt, ſchwollen anz als er nicht mehr ſprechen hörte, bedeckte er ſein Geſicht mit beiden Händen und brach in einen Strom von Thränen aus, was gewiſſer⸗ maßen die letzte und deutlichſte Antwort war⸗
„Großer und allgütiger Gott,“ rief Federigo, Augen und Hände zum Himmel erhebend,„was habe ich unnützer Knecht, ich ſchläfriger Hirte gethan, daß Du mich zu die⸗ ſem Gnadenmahle rieſſt, daß Du mich würdig hielteſt, einem ſo fteudigen Wunder beizuwohnen!“— So ſpre⸗


