Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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„Goit! Gott! Gott! wenn ich ihn ſähe! wenn ich ihn hörte! wo iſt dieſer Gott?“

„Ihr fragt mich das? Ihr? Und wem iſt er näher als Euch? Fühlet Ihr ihn nicht im Herzen, wie er Euch drängt, Euch aufregt, Euch keine Ruhe läßt und Euch zu gleicher Zeit an ſich zieht, Euch eine Hoffnung auf Ruhe und Troſt vorempfinden läßt, auf einen Troſt, der voll⸗ kommen, unermeßlich ſein wird, ſobald Ihr ihn erkennet, bekennet und anflehei.“

„Ach ja! Ich habe hier Etwas, das mich bedrängt, das mich verzehrt. Aber Goit! wenn dieſer Gott wirklich iſt, wenn er derjenige iſt, der man ſagt, was wollt Ihr, daß er aus mir machen ſoll?“

Dieſe Worte wurden in verzweifeltem Tone geſpro⸗ chen, aber Federigo antwortete mit feierlicher Stimme, die eine gottſelige Eingebung athmete;„Was Gvoit aus Euch machen kann? Was er aus Euch machen will? Ein Zei⸗ chen ſeiner Macht und ſeiner Güte: er will aus Euch einen Ruhm ſchöpfen, den ein Anderer ihm nicht gewähren könnte⸗ Daß die Welt ſchon ſo lange über Euch ſchreit, daß tauſend und aber tauſend Stimmen Eure Werke verabſcheuen— Der Ungenannte bebte zuſammen und war einen Augen⸗ blick ganz verblüfft dieſe ſo ungewohnte Sprache zu hören noch verblüffter darüber, daß ſie ihm keinen Aerger, ſon⸗ dern beinahe eine Erleichterung verurſachte.—„Welch ein Ruhm,“ fuhr Federigo fort,„erwächst daraus für Gott! Es ſind Stimmen des Schreckens, es ſind Stimmen des Eigennutzes; vielleicht auch Stimmen der Gerechtigkeit, aber einer ſo leichten, ſo natürlichen Gerechtigkeit; nur zu gewiß einige Stimmen des Neides über dieſe Eure unſe⸗ lige Macht, über dieſe bis heute beneidenswerthe Seelen⸗ ruhe. Aber wenn Ihr ſelbſt Euch erheben werdet, Euer Leben zu verdammen und Euch ſelbſt anzuklagen, dann! dann wird Gott verherrlicht werden. Und Ihr fragt, was Gvott aus Euch machen könne? Wer bin ich armer Menſch, daß ich Euch ſchon jetzt ſagen fönnte, welchen Nutzen der