Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Er öffnete die Thüre, trat in das Zimmer, wo der Edelmann und die Geſellſchaft war, ſah, daß letztere ſich auf die eine Seite zuſammengedrängt hatte und unter lei⸗ ſem Geflüſter jenen anſchielte, den man allein in einer Ecke hatte ſtehen laſſen. Er ging auf ihn zu, und indem er ihn, jedoch nur verſtohlen, von vben bis unten mit ſei⸗ nen Blicken maß, dachte er, welch ein Teufel voll Waffen unter dieſer Jacke verborgen ſein könnte, und daß er ihm in der That, bevor er ihn einführe, wenigſtens den Vor⸗ ſchlag machen ſollte. aber er konnte zu keinem Entſchluß kommen. Als er bei ihm war, ſagte er: Se. Eminenz erwarten Ew. Gnaden, geruhet mit mir zu kommen.“ Und indem er durch dieſe kleine Verſammlung hindurch, welche ſogleich ein Spalier bildete, ihm vorausging, warf er nach links und rechts Blicke, welche beſagten:„Was wollt Ihr? 1* wißt ja ſelbſt, daß er immer auf ſeinem Kopfe be⸗

eht.

Als ſie mit einander hinaufgekommen waren, öffnete der Kapellan die Thüre und führte den Ungenannten ein. Federigo kam ihm mit freundlicher, heiterer Miene und mit ausgeſtreckten Händen, wie wenn er ihn ſehnlich er⸗ wartet hätte, entgegen und gab dem Kapellan ſogleich einen Wink, ſich zu entfernen: dieſer gehorchte.

Als beide allein zurückgeblieben waren, ſtanden ſie eine Weile ſtill und in einer verſchiedenen Art von Un⸗ ſchlüſſigkeit da. Der Ungenannte, der nicht ſowohl durch einen beſtimmten Plan als mit Gewalt von einem uner⸗ klärlichen Drang hierher geſührt war, ſtand jetzt auch wie gewaltſam feſtgebannt da, und in ſeinem Innern wühlten zwei entgegengeſetzte Leidenſchaften: auf der einen Seite das Verlangen und die verworrene Hoffnung, eine Linde⸗ rung ſeiner Qual zu finden, auf der andern Seite ein Aerger, ein Schamgefühl darüber, daß er wie ein Buß⸗ fertiger, wie ein Unterwürfiger, wie ein Elender hierherge⸗ kommen ſei, ſeine Schuld zu bekennen und einen Menſchen anzuflehen; er fand daher keine Worte, und man könnte

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