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ganz mit ſich im Klaren, ob ſie in dieſem Falle recht oder unrecht ſei; aber der Gedanke an eine Mörderei erweckte in ihm einen unbedingten und unmittelbaren Abſcheu. Und obwohl er in Folge der unſeligen Gläubigkeit leiden⸗ ſchaftlicher Gemüther, gegenüber den leidenſchaftlichen Ver⸗ ſicherungen einer großen Menge ſo feſt überzeugt war, daß der Proviantverwalter ein ruchloſer Aushungerer ſei, wie wenn er ihn aufs Genaueſte gekannt und aufs Beſtimmteſte Alles gewußt hätte, was der Unglückliche gethan, unter⸗ laſſen und gedacht, ſo war er doch gleich unter den Er⸗ ſten herbeigeeilt, mit der feſten Abſicht, Alles zu ſeiner Rettung aufzubieten. Mit dieſem Vorhaben hatte er ſich bis an die Nähe der Thüre gedrängt, die auf hunderterlei Weiſe bearbeitet wurde. Einer zerſchlug mit Steinen die Nägel des Schloſſes, um es zu zertrümmern; Andere ka⸗ men mit Brecheiſen, Meißeln und Hämmern dazu und ſuchten regelmäßiger zu Werke zu gehen. Wieder Andere zerſtießen und zeiſchlugen mit ſpitzigen Steinen, mit ſtum⸗ pfen Meſſern und allerlei Eiſenſtücken die Mauer, ja ſie ſuchten ſogar mit den Nägeln ihrer Finger, wenn ſie nichts Anderes hatten, ſie allmälig zu zerkratzen, um nach und nach eine Breſche zu machen. Diejenigen, die nicht Hand an⸗ legen konnten, feuerten den Muth der Vorderſten durch ihr Geſchrei an, hinderten aber zu gleicher Zeit durch ihr Nachdringen die Arbeit, welche ſchon durch den ungeord⸗ neten Wetteifer der Freiwilligen litt; denn durch die Gnade des Himmels geſchieht zuweilen auch beim Böſen das, was man nur allzu oft beim Guten wahrnimmt, nämlich daß die allereifrigſten Beförderer ein Hinderniß werden. Die obrigkeitlichen Perſonen, welchen die erſte Mel⸗ dung von dem Aufruhr zukam, ſchickten alsbald zu dem Befehle haber des Kaſtells, damals Porta Giovia genannt, und verlangten militäriſche Hülfe. Der Kommandant ent⸗ ſandte auch ſogleich ein Fähnlein. Aber zwiſchen der Benachrichtigung und dem Beſehl, zwiſchen der Samm⸗ lung der Mannſchaft und ihrem Aufbruch, endlich auch


