Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Hagel erwartet; das zunehmende Gebrüll, das mit Donner⸗ gewalt von oben herabkommt, hallt in dem leeren Hof wie⸗ der, es dröhnt in jedem Winkel des Hauſes nach, und mitten in dem ungehenern, verworrenen Getöſe hört man immer ſtärker und häufiger die Steinwürſe gegen die Thüre erkrachen.

„Der Proviantverwalter! der Thrann! der Aushun⸗ gerer! Heraus mit ihm, lebendig oder todt!“

Der Aermſte rannte von Zimmer zu Zimmer, tod⸗ tenblaß, beklommen, die Hände ringend, ſeine Seele Gott anempfehlend und ſeine Diener beſchwörend, ſie möchten Stand halten und ihm auf irgend eine Weiſe zur Flucht verhelfen. Aber wie und wohinaus? Er ſtieg auf den Dachboden; durch eine Oeffnung zwiſchen dem Dach⸗ ſtuhl und dem Dach ſchaute er angſtvoll hinab auf die Stiaße und ſah ſie gedrängt voll von wüthenden Men⸗ ſchen; er hörte die Stinmen, die ſeinen Tod verlangten, und eniſetzter als je zog er ſich zurück, um das ſicherſte und entlegenſte Verſteck aufzuſuchen. Hier zuſammenge⸗ kauert horchte und lauſchte er, ob das unſelige Getöſe nicht ſchwächer werde, ob der Aufruhr nicht ein wenig nach⸗ laſſe; da er aber ſtatt deſſen hörte, daß das Gebrüll ſich noch wilder und tobender erhob und die Stöße an die Thüre immer häufiger wurden, da wurde ſein Herz von namenloſer Angſt ergriffen, und er verſtopfte ſich eilig die Ohien. Wie außer ſich, mit den Zähnen knirſchend und das Geſicht verzerrend, ſtreckte er dann heftig die Arme aus und ſtemmie die Hände gegen die Thüre, als wollte er dieſelbe gegen den Andrang ſchützen. Endlich ſank er verzweiflungsvoll mieder, und ſo blieb er, betaubt, beinahe bewußtlos, des Todes gewärtig.

Renzo befand ſich diesmal im dichteſten Gewühl und zwar war er nicht von der Fluth hineingeriſſen worden, ſondern er hatte ſich abſichtlich hineingeworfen. Bei jenem erſten Verlangen nach Blut war ſein eigenes ganz in Auf⸗ ruhr gerathen. Was die Plünderung betraf, ſo war er nicht