und mit offenem Munde hinaufzuſchauen. Er verdoppelte hierauf ſeine Schritte, um Denjenigen, den er zu ſeinem Führer genommen hatte, wieder einzuholen. Er bog um die Ecke, warf noch einen Blick auf die Vorderſeite des Doms, die damals großentheils noch roh ausſah und von ihrer Vollendung weit entfernt war; dann hielt er ſich immer hinter dem Manne, der auf die Mitte des Haupt⸗ platzes zuſchritt. Die Menſchenmaſſe war immer dichter, je weitet er vorankam; aber dem Träger machte man Platz; er zertheilte die Woge des Volkes, und ſo gelangte Renzo, der unmittelbar in ſeine Fußſtapfen trat, mit ihm in den Mittelpunkt des Gewühls. Hier war ein leerer Raum und in der Mitte ein Freudenfeuer, ein Haufe glühender Koh⸗ len, Alles, was von oben genanntem Hausrath noch übrig geblieben war. Rings umher ein Händeklatſchen und Fuß⸗ geſtampfe, ein wildes Getöſe von tauſend Freudenrufen und Flüchen.
Der Mann mit dem Bündel warf ſeine Beute in die Kohlen; ein Anderer ſchürt ſie mit dem halb verbrannten Stumpf einer Schauſel, ſtört darin herum und facht ſie von unten und von den Seiten wieder anz der Rauch nimmt zu und verdichtet ſich, die Flamme lodert wiever auf, mit ihr erhebt ſich das Geſchrei ſtärker.„Es lebe der Ueber⸗ fluß! Zum Teufel mit den Aushungerern! Zum Teufel mit der Theurung! Hole der Henker den Proviantrath und die Junta! Es lebe der Ueberfluß! Es lebe das Brod
Aufrichtig geſtanden, iſt die Zerſtörung der Mehlbeu⸗ tel, Backtröge, die Verwüſtung der Backöfen, die Abängſti⸗ gung der Bäcker nicht gerade das zweckdienlichſte Mittel, um das Brod leben zu laſſen; aber dies iſt eine der me⸗ taphyſiſchen Spitzindigkeiten, die einem Volkshaufen nicht in den Sinn kommen. Renzo ſtellte, ohne ein allzu me⸗ taphyſiſcher Kopf zu ſein, dennoch, da er weniger erhitzt war als die Andern, in ſeinem Herzen dieſe Betrachtung an. Er behielt ſie übrigens für ſich, denn unter all die⸗ ſen Geſichtern befand ſich nicht ein einziges, welches zu


