Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn. (1851)
Entstehung
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ſagen ſchien: Bruder, wenn ich irre, ſo weiſe mich zurecht, ich werde es Dir danken.

Schon war die Flamme abermals erloſchen, man ſah Niemand mehr mit weiterem Brennſtoff herankommen und die Geſellſchaft begann ſich zu langweilen. Da erhob ſich plötzlich das Gerücht, auf dem Corduſia, einem kleinen Platze oder Kreuzweg nicht weit von da, werde ein Back⸗ haus belagert. Bei ſolchen Gelegenheiten hat die Ankün⸗ digung einer Sache zuweilen die Ausführung derſelben zur Folge. Zugleich mit dieſem Gerücht verbreitete ſich unter der Menge der Wunſch, dorthin zu ziehen.„Ich gehe; gehſt Du? Laßt uns gehen, laßt uns gehen!“ hörte man von allen Seiten ſagen; die Maſſe ſetzt ſich in Be⸗ wegung und wälzt ſich fort. Renzo blieb zurück und be⸗ wegte ſich beinahe nicht, wenn er nicht gerade vom Strome mit fortgeriſſen wurde. Er hielt in ſeinem Herzen Rath, ob er ſich nicht aus dem Getümmel losmachen und nach dem Kloſter zurücktehren ſolle, um den Pater Bonaven⸗ tura aufzuſuchen, oder ob er mit den Andern gehen und ſich auch das noch anſehen ſolle. Die Neugierde behielt die Oberhand. Gleichwohl beſchloß er, ſich nicht in das dichteſte Gedränge zu ſtürzen und ſich da die Knochen zer⸗ ſtoßen zu laſſen oder in noch ſchlimmere Gefahren zu ge⸗ rathen, ſondern er wollte ſich nur in der Ferne halten und den Beobachter machen. Mit dieſem Entſchluß holte er, da er ſich ſchon ziemlich im Freien befand, ſein zweites Brod hervor, biß es an und ging hinter der aufrühreriſchen Armee her.

Dieſe war bereits durch den Paß im Winkel des Platzes in die kurze und ſchmale Straße Peschiera Veechia und von da durch den ſchrägen Begen auf die Piazza d⸗ Mercanti gelangt. Hier gab es nur ſehr wenige, die, als ſie an der Miſche vorüberzogen, welche gegen die Mitte hin die Gallerie des Gebäudes durchſchneidet, das damals das Doetorencollegium hieß, nicht wenigſtens einen flüchtigen Blick auf die große, daſelbſt aufgeſtellte Bioſänle mit die⸗

Die Verlobten. M. 2