Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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„Ei zum Teufel,“ ſagte Don Rodrigo,„kommſt Du mir jetzt nicht vor wie ein Bauernhund, der kaum das Herz hat, einem an der Thüre Vorübergehenden zwiſchen die Beine zu fahren, wobei er ſich noch umſieht, ob Jemand vom Hauſe ihn beobachte, dann aber es nicht wagt, ſich vier Schritte vom Hauſe zu entfernen.“

„Ich glaube doch, Herr Patron, daß ich Beweiſe gegeben habe...

„Nun denn!“

„Nun denn,“ fuhr der auf ſolche Weiſe gereizte Graue in keckem Tone fort, vnun denn, ſo möge Euer Gnaden annehmen, daß ich Nichts geſagt habe; löwen⸗ herzig, haſenfüßig, bin ich bereit, aufzutreten.“

„Ich habe ja auch nicht verlangt, daß Du allein gehen ſollſt: Nimm ein paar von den beſten Leuten mit, den Narbenmann und den Langfinger, ſei guten Muthes und zeige Dich als der Graue! Zum Teufel auch! wenn drei Larven, wie Ihr, ruhig des Weges ziehen, wer wird ſich nicht ein Vergnügen daraus machen, ſie ungeſtört ziehen zu laſſen! Die Häſcher von Monza müßten ſehr lebensüberdrüßig geworden ſein, um ihr Leben in einem ſo gewagten Spiel gegen hundert Seudi einzuſetzen; und dann glaube ich doch nicht dort ſo gänzlich unbekannt zu ſein, daß Jemand in der Eigenſchaft als mein Diener nicht eine gewiſſe Schutzwehr fände.“

Nachdem er den Grauen auf ſolche Art ein wenig

beſchämt hatte, gab er ihm weitere und umſtändlichere

Verhaltungsbeſehle. Der Graue nahm ſeine beiden Ge⸗ ährten und zog mit heiterer und verwegener Miene ab, im Innerſten ſeines Herzens aber verfluchte er Monza, die Prämien auf Köpfe, die Weiber, ſo wie die Grillen ſeines Herrn; er ſchritt dahin, wie der Wolf, der vom Hunger getrieben, mit eingeſchrumpftem Bauch die Fur⸗ chen ſeines Rippenbaues auf dem aſchgrauen Felle aus⸗ geprägt, von ſeinen ſchneebedeckten Bergen herabſteigt, argwöhniſch in der Ebene weiter dringt, jeden Augen⸗ blick mit aufgehobener Tatze den haarloſen Schwanz hin und her bewegend, ſtehen bleibt—