Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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„Ei, habt Ihr nicht ſelbſt geſagt, daß man ſich in Acht nehmen müſſe 2“

„Ich habe es allerdings geſagt, und wenn es ſich um eine ernſte Sache handelt, ſo werde ich Euch zeigen, daß ich kein Kind bin. Wißt Ihr, was ich im Stande bin, für Euch zu thun? Ich bin der Mann, dem Herrn Podeſta in eigener Perſon meinen Beſuch zu machen. Glaubt Ihr wohl, daß er ſich über die Ehre freuen werde? Und ich bin der Mann, ihn eine halbe Stunde von dem Grafen⸗Herzog und unſerem ſpaniſchen Herrn Kaſtellan ſchwatzen zu laſſen und ihm in Allem Recht zu gehen, ſelbſt wenn er noch ſo albernes Zeug zu Markie bringt. Ich werde dann ein Wörtchen vom Grafen⸗Oheim im Geheimenrathe fallen laſſen, und Ihr wißt, welche Wir⸗

kung ſolche Wörtchen im Ohre des Herrn Podeſta her⸗

vorbringen. Am Ende bedarf er doch unſerer Gönner⸗ ſchaft mehr, als Ihr ſeiner Gefälligkeit bedürfet. Ich werde das in allem Ernſte thun, ich werde hingehen und ihn in eine beſſere Stimmung, als je, verſetzen.“

Nach dieſen und ähnlichen Redensarten ging Graf Attiliv auf die Jagd, Don Rodrigo aber blieb zu Hauſe und wartete ängſtlich auf die Rückkehr des Grauen. Endlich um die Mittagsſtunde kam dieſer, um ſeinen Bericht abzuſtatten.

Die Verwirrung in der Nacht war ſo lärmend ge⸗ weſen, das Verſchwinden dreier Perſonen aus einem klei⸗ nen Dorfe war eine ſo bedeutende Sache, daß natürlicher⸗ weiſe, ſowohl aus Theilnahme, als aus bloßer Neugierde viele eifrige und anhaltende Nachforſchungen angeſtellt wurden, und auf der andern Seite waren diejenigen, die etwas davon wußten, allzu ſuhlreich⸗ als daß ſie ſich hätten vereinigen können, Alles zu verſchweigen. Per⸗ petua konnte den Kopf nicht vor die Thüre hinausſtrecken, ohne daß dieſer oder jener ſie beſtürmt hätte, ſie möchte doch ſagen, wer ihrem Herrn ſo große Furcht eingejagt habe: und Perpetua empfand, wenn ſie alle Umſtände der

anzen Geſchſchte durchging und bei ihrer Zuſammen⸗ ſelzng erſah, daß Agneſe ſie S hutte, über