Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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„Gehe, ſchlafe jetzt, armer Grauer, denn Du mußt es nöthig haben. Armer, Grauer! Du haſt den ganzen

Tag und die halbe Nacht hindurch arbeiten müſſen, 4

ungerechnet die Gefahr, den Bauern in die Klauen zu fallen, oder wegen des Raubs eines ehrlichen Mäd⸗ chens einen Preis auf Deinen Kopf zu verdienen, auf welchen ihrer bereits ſo viele geſetzt find; und dann auf dieſe Weiſe empfangen zu werden! Aber ſo beloh⸗

nen die Menſchen oft. Du haſt jedoch bei dieſer Ge⸗

legenheit ſehen können, daß manchmal auch in dieſer Welt dem Verdienſte ſein Recht geſchieht und die Rech⸗ nungen ſo ausgeglichen werden, wie es billig iſt. Gehe jetzt ſchlafen; bald wirſt Du uns vielleicht eine andere und ausgezeichnetere Probe ablegen können.“

Am folgenden Morgen war der Graue von Neuem in voller Thätigkeit, als Don Rodrigo ſich erhob. Er ſuchte ſogleich den Grafen Attilio auf, der, ſobald er ihn erblickte, mit ſpöttiſchen Mienen und Geberden ihm entgegenrief:„Der heilige Martin!“

„Ich weiß nicht, was ich ſagen ſoll,“ antwortete Don Rodrigo, indem er zu ihm trat:„Ich werde die Wette bezahlen; aber das iſt es nicht, was mich am meiſten kränkt. Ich habe Euch Nichts geſagt, weil

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ich, offen geſtanden, Euch dieſen Morgen eine gewal⸗

tige Ueberraſchung zu bereiten hoffte. Aber genug, ich will Euch jetzt Alles ſagen.“

„Der Mönch hat ſeine Hand im Spiel,“ ſagte der

Vetter, nachdem er mit Spannung, Verwunderung und größerm Ernſt, als man von einem ſo leichtfertigen Menſchen hätte erwarten ſollen, den ganzen Bericht angehört hatte;„dieſen Mönch,“ fuhr er fort, halte ich, trotzdem daß er ſich ſo einfältig anſtellt und ſo kopflos herausſchwatzt, für einen abgefeimten Schur⸗ ken. Und Ihr habt Euch mir nicht anvertraut, habt mir nicht offen und aufrichtig geſagt, was der Burſche Euch neulich aufbürden wolltes“

Don Rodrigo erzählte die Unterredung.„Und das Alles habt Ihr hinuntergeſchluckt!“ ſchrie Graf Atti⸗