Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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fragte, ob er denn häßlich ſei, weil ſie ihn ſo ſehr ge⸗ fürchtet: es ſchien beinahe, als würde ſie die Sprödig⸗ keit des Mädchens unvernünftig und albern geiunden haben, wenn ſie nicht in der Bevorzugung Renzo's be⸗ gründet geweſen wäre. Und auch über dieſen erging ſie ſich in Fragen, welche Lucia zugleich ſtaunen und erröthen machte. Als ſie dann merkte, daß ihre Zunge ſich zu weit auf die Ausſchweifungen ihres Gehirns eingelaſſen hatte, ſo ſuchte ſie all dies Geſchwätz wie⸗ der gut zu machen und aufs Beſte auszulegen. Aber ſie konnte nicht verhindern, daß bei Lucia eine unan⸗ genehme Verwunderung und eine verworrene Angſt zu⸗ rückblieb. Koum war ſie wieder bei ihrer Mutter, ſo eröffnete ſie ſich ihr; aber Agneſe, als eine viel erfah⸗ rene Perſon, löſte all dieſe Zweiſel mit wenigen Wor⸗ ten und klärte das ganze Geheimniß auf.„Wundere Dich darüber nicht,“ ſagte ſie; wenn Du einmal die Welt ſo gut kennen gelernt haſt wie ich, ſo wirſt Du ſchen, daß man über dieſe Dinge nicht zu ſtaunen braucht. Die vornehmen Leute ſind alle zuſammen bald mehr bald weniger, bald auf die eine bald auf die andere Art ein bischen närriſch. Man muß ſie ſchwatzen laſſen, beſonders wenn man ihrer bedarf; man muß thun, als ob man ihnen ganz ernſthaft zu⸗ höre, wie wenn ſie die vernünftigſten Dinge von der Welt ſprächen. Haſt Du gehört, wie ſie mir über's Maul fuhr, als ob ich etwas ganz Dummes geſagt härte? Ich habe mich ganz und gar nicht darüber ge⸗ wundert. Sie ſind alle ſo. Und bei allem dem muß man dem Himmel danken, denn ſie ſcheint Dich liebge⸗ wonnen zu haben und uns wirklich in ihren Schutz nehmen zu wollen. Wenn Du übrigens aus dieſer Verlegenheit gerettet ſein wirſt, meine Tochter, und wenn Du ſpäter wieder einmal mit vornehmen Herr⸗ ſchaften zu thun haben wirſt, dann wirſt Du. es ſchon einſehen, wirſt es ſchon einſehen, wirſtes ſchon ein ſehen.“

Der Wunſch, dem Pater Guardian eine Gefällig⸗ keit zu erweiſen, das angenehme Bewußtſein der Schutz⸗