Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1851)
Entstehung
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lich in all dieſe veränderlichen Launen und erklärten ſie ſich aus der grillenhaften, leichtfertigen Gemüthsart der Domina.

Einige Zeit ſchien es, als ob keine weiter daran dächte, aber eines Tags, als die Domina wegen irgend einer Klatſcherei mit einer Laienſchweſter in Wortwech⸗ ſel gerieth, ließ ſie ſich zu ganz maßloſen Beſchimpfun⸗ gen gegen dieſelbe hinreißen, ſo daß dieſe, nachdem ſie eine Zeit lang geduldig in den Zügel gebiſſen, endlich die Geduld verlor und ein Wort fallen ließ, daß ſie etwas wiſſe und zu ſeiner Zeit ſprechen werde. Von dieſem Angerblick an hatte die Domina keine Ruhe mehr. Bald darauf wurde die Laienſchweſter vergebens zu ihren gewohnten Dienſtverrichtungen erwartet⸗ Man ſuchte ſie in ihrer Zelle, aber ſie fand ſich nicht vor; man rief ſie laut bei Namen, aber ſie gab keine Ant⸗ wort; man ſucht überall, man ſtöbert alles durch vom Keller bis zum Dachboden, ſie iſt nirgends zu finden. Wer weiß auf welche Vermuthungen man noch gera⸗ then wäre, wenn man nicht gerade beim Nachſuchen in der Gartenmauer ein großes Loch entdeckt hätte, was Allen zuſammen als ein augenſcheinlicher Beweis galt, daß ſie durch daſſelbe entſprungen ſei. Man ſchickte ſogleich auf verſchiedenen Straßen Boten aus, um ſie zu verfolgen und zurückzubringen; es wurden aller⸗ wärts große Nachſorſchungen angeſtellt; aber man be⸗ kam nie die mindeſte Spur von ihr. Vielleicht hätie man mehr erfahren können, wenn man, ſtatt in der Ferne zu ſuchen, in der Rähe gegraben hätte. Nach langem Staunen, weil Niemand dieſe Schweſter deſſen fähig geglaubt hätte, und nach reifticher Ueberlegung, kam man zu dem Schluß, ſie müſſe weit, ſehr weit fortgereiſt ſein, und weil eine Schweſter einmal geſagt hatte:„ſie iſt ſicherlich nach Holland entflohen,“ ſo ſagte man nachher im Kloſter als gewiß, ſie ſei nach Holland entflohen. Es ſcheint indeß, daß die Domina dieſer Anſicht nicht huldigte. Nicht etwa als ob ſie ſich ungläubig gezeigt oder die allgemeine Meinung