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Aber noch zwei andere Wagen ſtanden mit angeſpannten Pferden in dem Hofe.
Ich eilte in das Haus, die Thüren des Flures waren offen, der Knecht, die Magd ſchrieen auf, als ich kam. Eine völlige Verſtörung war hereinge⸗ brochen. In dem Wohnzimmer brannten Lichte auf dem Tiſche. Männerhüte, ein Reiſemantel lagen auf dem Sopha. Niemand hörte mein Kommen. Aus der Schlafſtube ſchallte ein leiſes Aechzen an mein Ohr. Ich ſtürzte hinein, ich ſah Claudine blaß und entſtellt auf ihrem Lager liegen, die Augen geſchloſſen, eine Sterbende.
Claudine! mein Weib! ſchrie ich und warf mich vor ihr nieder, ſie in meine Arme ſchließend.
Da öffneten ſich ihre Angen, da ſah ich noch einmal ihren ſanften, ihren zufriedenen Blick.
Ach! ſagte ſie kaum hörbar, indem ihr Kopf ſich an meine Bruſt lehnte, nun iſt's gut! nun iſt Alles gut!*
Ich konnte nicht fragen, was geſchehen ſei— ich wußte Alles. Ich konnte auch Claudine nicht tröſten, nur ſtill im Arme halten konnte ich ſie, nicht einmal weinen. Ihr Athem berührte kaum fühlbar meine Wange, ihre Hand ruhte matt und ſchlaff in der meinen. Sie wollte ſprechen, es fiel ihr ſchwer.
Endlich ſagte ſie leiſe: Ich hätte doch nicht leben können ohne Dich! Und dann nach einer Weile: Ich muß es ſühnen!
Das waren die letzten Worte, die ich von ihren Lippen hörte.
Es regte ſich nichts in dem Zimmer, ich ſaß und hielt ſie an meiner Bruſt, lange, lange! Endlich ſank ihr Haupt herab— es war zu Ende! Und weinend warf ich mich auf den geliebten Leichnam, weinend hielt ich die Trümmer meines Glückes in meinen Armen.
Plötzlich fühlte ich mich emporgeriſſen.
Fort von ihr! rief der Herzog, deſſen Erſchütterung ſich im Zorne Bahn brach. Fort von ihr, Ehrloſer!—
Ich ſprang auf, er packte mich an der Bruſt. Ihn von mir abwehrend, ſah ich, daß er ſeinen Degen zog, ich riß ihm denſelben aus der Hand und warf ihn zerbrochen vor ſeine Füße nieder. Meine Piſtolen lagen auf dem Tiſche,
auf den ich ſie bei meinem Eintritt hingelegt.
Raſend vor Wuth nahm der Herzog die eine, ich griff zur anderen, wir ſchoſſen beide— und lautlos ſank der Herzog zu meinen Füßen.——
Mein Vater ſtand am Fenſter und ſah in die Nacht hinaus. Ich ſaß wieder an Claudinens Lager, die Leiche des Herzogs hatte man auf das Sopha gelegt, Louiſe und die Dienſtboten waren um ihn beſchäftigt. Da trat mein Vater zu mir heran.
Denkſt Du hier zu bleiben? fragte er kurz.


