morſims deſſelben küßten ſich zwiſchen chineſiſchen Vaſen verſchiedene Schäfer⸗ paare und Liebesgötter von Sevres⸗Porzellan.
Dieſer kleine altfranzöſiſche Salon in dem einſamen Landhauſe, mitten in Norddeutſchland, mitten in unſerer Zeit, hatte gradezu etwas Märchenhaftes, das nur erhöht ward durch die Zeichen des Verfalles und der Verlaſſenheit, welche trotz der ſichtlich darauf verwandten Sorgfalt, überall unverkennbar her⸗ vortraten. Die Damaſt⸗Tapeten hatten hier und da Schlitze bekommen, die koſtbaren Vorhänge und Möbelüberzüge waren ganz verblaßt, die Spiegel blind und fleckig geworden von der Feuchtigkeit des unbewohnten Raumes. Den zärt⸗ lichen Schäfern fehlte hier ein Arm und dort ein Bein, und die Liebesgötter mochten ihrer Flügelchen lange ſchon beraubt ſein. Einige Paſtell⸗Portraits an den Wänden ſahen in bläulicher Erloſchenheit in die ſtille Stube hinein. Man konnte ſich der Vorſtellung kaum erwehren, daß ſie trauernd den Hauch der Verwitterung empfänden, der auf dem ganzen Raume lag, und deſſen Melan⸗


