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Der Missionair : Originalerzählung : zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend und ihre Freunde / von Philipp Koerber.
Entstehung
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»Mein Vater, o mein Vater! warum haſt du deine Kinder ſo frühe verlaſſen? Du warſt gut, weiſe; du warſt unſer Wohlthäter. Wer wird jetzt die Kaffern lehren den Weg gehen, der in die ſeligen Gefilde führt, damit ſie dir nachfolgen können? Du warſt unſer Freund. Auf die Rede deines Mundes hörte das Ohr eines armen, trauernden, unglücklichen Volkes, zu dem du aus weiter Ferne über die großen Gewäſſer kameſt, um es glücklich und fromm zu machen. Wir hören deine milden Worte nicht mehr, die uns lieblich tönten, wie das Säuſeln des Frühlingswindes, wenn die Blüthenbüſche in ſeinem Athem rauſchen. Wir ſind verwaiſet und werden herum⸗ irren, wie das junge Reh, das die Mutter verloren hat. Höret dein Geiſt die Worte der Menſchen, dann ver⸗ nimm unſern Dank für deine Wohlthaten und ſei gewiß, daß wir dich nie vergeſſen werden. Mein Vater! o mein Vater! warum haſt du uns verlaſſen 26

Eine tiefe Stille lag auf den hier verſammelten Menſchenmaſſen. Alle Blicke hatten ſich geſenkt aus Achtung vor dem Schmerze des Königs, der ſich in ſo rührenden Worten ausſprach. Sie horchten noch lange, nachdem Munorvah geendet hatte. Aber der Fürſt fetzte ſich am Grabe nieder, verbarg das Antlitz in den Händen und Thränen des troſtloſeſten Schmerzes rannen über ſeine Hände nieder, die aus dem Grabe geworfene Erde benetzend.