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Der Missionair : Originalerzählung : zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend und ihre Freunde / von Philipp Koerber.
Entstehung
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ſtanden berittene Diener. Unmittelbar am Grabe faß auf einem leichten Feldſtuhle ein Offizier von ſehr hohem Rang in engliſcher Uniform, der als Ueberbringer des definitiv abgeſchloſſenen Friedens gekommen war. Auch für Wilberforce hatte er ſehr erfreuliche Botſchaften gebracht. In ſeiner Begleitung befand ſich ein Militär⸗ arzt; doch dieſer war zu ſpät gekommen; er konnte nur das Ende des Miſſionärs beobachten.

Kein Ton ließ ſich hören, außer hier und dort ein unterdrücktes Schluchzen. Es war, als ob jeder Theil⸗ nehmer an dieſer rührenden Scene durch den Schmerz der Fähigkeit, ſeine Gefühle durch Worte auszuſprechen, beraubt wäre. Nur die hellen Klänge des Glöckleins tönten fortwährend herab in das Thal.

Jetzt hatten die Mädchen ihr trauriges Geſchäft beendigt und nun traten ſie zurück ließen ſich ſchluch⸗ zend und mit verhülltem Haupte auf die Erde nieder und Munorvah erhob ſich geräuſchlos. Man vernahm einen lieblichen Ton, wie von einer fernen Muſik, aber ſo leiſe, daß er kaum vernehmlich war. Endlich bemerkte man an den zitternden Lippen des Fürſten, daß er es

ſei, der dem innig geliebten verſtorbenen Freunde das

letzte»Schlafe wohl!« die letzten Worte des Dankes in das ſfrühe Grab auf fremder Erde nachrufen wollte. Endlich wurden die leiſen Worte vernehmlicher und man hörte Folgendes: