ſo fürchterlichen Kämpfen ihr Anführer geweſen war und deſſen Leben im heiligen Schutze der Götter geſtanden hatte— nun fühlten ſie ſich verlaſſen, rathlos und Verzweiflung ergriff die Herzen dieſes muthigen Volkes. Mit ſcheuen Blicken ſtanden ſie einander gegenüber und mit jedem Augenblicke glaubten ſie die Strafe der Gott⸗ heit für ihre blutige That über ſich hereinbrechen zu ſehen.
Die Feinde Kanghos hatten aber mit dem Tode des Königs ihr Werk nur begonnen und jetzt traten ihre nichtswürdigen Beweggründe ans Tageslicht. Neid, Herrſchſucht und Feigheit hatten ſie veranlaßt, ihrem edlen Anführer die Liebe ſeines Volkes und das Leben zu rauben. Sobald er beſeitigt war, glaubten ſie ihre ehrgeizigen Abſichten leicht erreichen zu können und nun traten mehrere Bewerber um die erledigte Krone auf. Es war natürlich, daß dieſe Elenden ihre Sache durch⸗ zuſetzen ſuchten. Jeder hatte ſeine Anhänger.
Voll Angſt und Erbitterung, ohne Oberhaupt, ſtanden ſich ſchon am nächſten Tage die Partheien ſchlag⸗ fertig gegenüber, um ſich voll wilder Rachgier gegenſei⸗ tig zu morden. Fürchterliche Kämpfe folgten jetzt und in unnatürlicher Blutgier mordete ſich dieſes unglückliche Volk ſelbſt im Angeſichte des Feindes, der mit unausſprech⸗ lichem Erſtaunen die Nachrichten von dieſen blutigen Vor⸗ fällen aufnahm. Durch eine gerechte Fügung der göttlichen Vorſehung fielen ſämmtliche Anſtifter des Aufruhrs in


