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tapfere Kuiraſſierwachtmeiſter von der Mender zu Tiſch
gebeten worden war und mit Freuden die Einladung an⸗
genommen hatte. Darum dampfte ein Braten in der Kochröhre und auf dem Heerd glänzte ein Teller voll grünen Salat, der oben mit gekochten Eiern appetitlich belegt war. Auch eine mächtige Zinnkanne ſtand ſchon
auf dem Tiſch bereit und blitzte wie Silber und hinter
dem Ofen ſtand ein Zuber mit kaltem Waſſer, aus dem die Pfröpfe einer tüchtigen Reihe von Krügen mit ab⸗ gezogenem Bier, dem Leibgetränk des ſtattlichen Wacht⸗ meiſters, guckten. Wohl mochten heute tauſend Reiche köſt⸗ licher ſpeiſen, als die Mender, ihr Gaſt, ihre Kinder und
die brave Loh; aber gewiß hat es Keinem beſſer geſchmeckt.
Der Wachtmeiſter aß keinen Biſſen, ohne dabei auf das Wohl des Königs, der Königin, des Kronprinzen, der Kronprinzeſſin und aller hohen Glieder der königlichen Familie zu trinken und er vermaß ſich hoch und theuer, daß es ihm eine Wonne wäre, wenn er für ſeinen herr⸗ lichen Kriegsherrn auf dem Schlachtfelde ſterben könnte; eine Verſicherung, die Glauben verdient, denn Dentin⸗ ger war ein herzhafter und rechter Soldat. Allmählig aber wurde er, wir wiſſen nicht recht, ob in Folge des vielen Bieres, welches er trank, oder aus andern Grün⸗ den, weichmüthiger und hatte es immer mit der Loy zu thun, die darob ganz verlegen wurde und ſich kaum mehr im Zimmer ſehen ließ. Nun fragte er ſeine Gevatterin


