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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
Entstehung
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82 Ich weiß es, Herr Medizinalrath, ſagte die Men⸗ der.O, bitten Sie Se. Majeſtät, daß Höchſtdieſelben mein unehrerbietiges Benehmen allergnädigſt mit meiner Unwiſſenheit enſchuldigen möchten. Ich werde nicht mehr beten, ohne es für meinen königlichen erhabenen Wohl⸗ thäter zuerſt zu thun, und ehe ich ſterbe, will ich noch einmal rufen, wenn ich kann: Gott ſegne König Ma⸗ rimilian!

Der Leibarzt ſagte gerührt:Unſer König verdient es wohl, daß Alle ſo gegen Ihn denken, ſo für Ihn fühlen. Er iſt mit Euch ſehr zufrieden und wünſcht Euch alles Gute. Aber Se. Majeſtät befehlen Euch durch mich, daß Ihr von all dieſen Vorgängen kein beſon⸗ deres Aufheben machen ſollt, damit die Sache verſchwie⸗ gen bleibe. Lebt wohl, morgen werde ich wieder nach Euch ſehen. Gute Beſſerung!

Der Wachtmeiſter erhob ſich jetzt auch, um zu gehen und ſagte:Mir iſt der Hals ganz trocken; ich muß ein Maß'l Bier trinken. Schwere Noth! ſo vergnügt und ſo durſtig bin ich ſeit der Schlacht bei Brienne nimmer geweſen, wo wir einen tüchtigen Schwerttanz init den gelben franzöſiſchen Kuiraſſieren gemacht haben. Heut ſoll meine Schwadron an meiner Freude Antheil nehmen. Ich habe fünf und ſiebzig Gulden Zinſen gut von mei⸗ nen Einſtandsgeldern; die ſollen bis auf den letzten

Heller aufs Wohl unſeres guten Marl Co vertraulich

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