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nicht nur der Erſte ſeines Volkes, ſondern auch der Edelſte war. Er ruht lange ſchon in ſtiller Vätergruft; aber Sein Andenken iſt nicht verloſchen, ſo würdig und ebenbürtig, ſo trefflich, ja in vielen Stücken Ihn über⸗ ragend, Seine Nachfolger auch ſind— es wird und kann nicht verlöſchen, ſo lange noch Bayernherzen den ſchul⸗ digen Dank für ihre erhabenen und gütigen Monarchen fühlen. Und daß dies, wie jetzt, in allen Zeiten der Fall ſein werde: das, Du höchſter Herr der Könige und Völ⸗ ker, wolleſt Du in Gnaden bewirken und erhalten. Wohl eine Stunde verfloß mit Geſpräch, das von begeiſterten Ausrufungen der Ehrerbietung, Liebe und Dankbarkeit ſtets wieder unterbrochen wurde. Es war unmöglich, zu einem beſtimmten Reſultat, zu einem feſten Entſchluß zu kommen. Nur das war beſtimmt, daß die Mender ſelbſt mit all ihren Kindern in die Re⸗ ſidenz gehen und daß ſie der Wachtmeiſter dahin beglei⸗ ten ſollte. Da wurde die Unterhaltung abermals durch einen Beſuch unterbrochen, den der Soldat ſogleich er⸗ kannte, denn es war der Leibarzt des Königs. Dieſer ausgezeichnete Praktiker verordnete der Mender, nachdem er ihren Zuſtand genau ermittelt, Arznei, befahl ihr, ſich ſogleich zu Bett zu begeben und bei fleißigem Gebrauch der Medizin dasſelbe nicht eher zu verlaſſen, bis er es ihr geſtatten würde. Ehe er ſchied, ſagte er:„Ihr werdet nun wohl wiſſen, wer Euer Wohlthäter iſt, gute Frau?“
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