—
7—
73
„Aber haben Sie doch die Gnade, mir Ihren Na⸗ men zu ſagen, damit ich meinen Wohlthäter, ja unſern Erretter kenne,“ rief die Mender.
„Nein, das darf nicht ſein, es iſt beſſer, Sie kennen ihn nicht,“ ſagte der Herr und lächelte freundlich.
Die erſtaunte Mender war einen Augenblick be⸗ troffen; dann aber rief ſie entzückt:„O Gott, gani Herr, Sie machen uns ja reich.“
„Das wennich Allen thun könnte, diearm und bedrängt ſind, wie glücklich wäre ich!“ rief der Mann, entzog ſich raſch den leidenſchaftlichen Dan⸗ kesäußerungen der Mender, verließ, gefolgt von ihr und den Kindern, die Hütte, ſchlug den Weg in das freie Feld ein und war nach wenigen Augenblicken raſchen Schrittes in der Ferne entſchwunden.
Jetzt eilte die Mender in die Hütte, öffnete die Rolle und vor ihr lagen fünfzig neue Kronenthaler! Welches Glück!
Niklas und die Diebin.
Wir wenden uns wieder zu Niklas. Dieſer brave Burſche verließ mit dem Glockenſchlage neun Uhr die Schule, ſetzte ſich in ſcharfen Trab und ſuchte ſeine Wohnung ſo ſchnell als möglich zu erreichen. Faſt in demſelben Augenblick ging draußen am Gärtchen eine nach Art der Weiber niedern Standes ziemlich wohlge⸗


