Junge— es iſt mein einziger Vertrauter, meine Stütze, mein Stab— that es nicht anders. Aber jetzt hat er ganz neue Schuhe bekommen. Ach, Sie ſollen Dank haben, lieber, gnädiger Herr!“
„Still, ich höre das nicht gerne, es iſt ja kaum der Rede werth und ich komme eben, um nachzuholen, was ich verſäumt habe. Zeigen Sie mir doch die Papiere Ihres verſtorbenen Mannes!“
Die Mender öffnete das Schränkchen, wo ſie dieſe Gegenſtände aufbewahrte, und legte dem Manne das Verlangte vor. Er ſah die Schriften ſorgfältig durch, notirte ſich ſodann wenige Worte in einer prachtvoll verzierten Brieftaſche, welche er ſogleich wieder zu ſich ſteckte, und ſagte:„Hier ſind dieſe Schriften wieder; ich habe den Inhalt geleſen. Sie werden demnächſt mehr von mir hören. Aber nun will ich gehen und Ihnen einen Arzt ſenden, der Ihren Zuſtand genau unterſuchen und Sie mit Gottes Hilfe bald vollkommen wieder her⸗ ſtellen ſoll. Damit Sie aber auch im Stande ſind, ſich zu pflegen, laſſe ich Ihnen hier eine kleine Unterſtützung
zurück, welche für einen Monat ausreicht. Dann wird
Weiteres folgen. Fargen Sie alſo nicht, ſondern thun Sie ſich etwas zu Gute, damit ich Sie geſund und kräftig
wieder ſehe!“ Damit legte er eine große Rolle Geld auf den Tiſch, griff nach Hut und Stock und rief:„Kinderl,
da kommt her und gebt mir die Hand!“
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