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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
Entstehung
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währte, denn er hatte den Auftrag, ſeinen Herrn Lehrer zu bitten, daß ihn dieſer um jene Stunde entlaſſen möchte. Die kleinen Kinder waren warm angekleidet und wohl verſorgt. Hans und Friedi ſollten die zwei Mäd⸗ chen vor dem Hauſe warten, den Platz aber um keinen Preis verlaſſen und wohl Acht geben, wenn Fremde vorübergingen, damit nichts geſtohlen werden könnte. Die beiden Buben waren geſcheidt genug, dieſe Aufträge vollziehen zu können, und es war nichts zu beſorgen, wenn ſie nur den Grasplatz nicht verließen. Die arme Mender wachte bis nach acht Uhr; ſie hörte die Kin⸗ der vor dem Hauſe lachen und plaudern, aber nun ſtellte ſich plötzlich das Bedürfniß des die ganze Nacht hindurch entbehrten Schlafes mit einer Macht ein, wie ſie dasſelbe ſeit ihrer Erkrankung in ähnlichem Maße nicht mehr empfunden hatte. Vergebens ſuchte ſie zu widerſtehen; nach einigen fruchtloſen Verſuchen, wach zu bleiben, ſchloſſen ſich ihre Augenlieder und ſie ſchlief ein. Wie lange ſie geſchlafen, davon wußte ſie ſich keine Rechenſchaft zu geben. Aber plötzlich wurde die Thüre aufgeriſſen und ihre vier Kinder kamen mit großem Weinen und dem Geſchrei:Mutter, die Wiäſche iſt geſtohlen! ins Zimmer herein. Wie, Kinder? ſchrie die Mender erſchrocken und

war, ohne an ihre Krankheit zu denken, und irgend