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für die Mender und ihre Kinder zu ſorgen. Sie be⸗ ſaß ein kleines Erſparuiß von 50 fl., welches ſie noch an demſelben Tage auf der Sparkaſſe erhob und der überraſchten Mender als freiwilliges D Darlehen einhän⸗ digte. Dann aber ging ſie an ihre Arbeit und be⸗ ſorgte die Wäſche, ſo daß dieſelbe bis zum Samſtag Morgen, der einen heitern Himmel brachte, ganz ge⸗ glättet und hergerichtet an den Wäſcheſtangen zum Aus⸗ trocknen aufgehängt werden konnte. Bis Morgens 7 Uhr war ſie damit fertig und ging nun in die Stadt ihren Beruksgeſchäſten nach.
Der Diebſtahl und der Wohlthäter im blauen Rocke.
Am viſem Tage fühlte ſich die arme Leidende ſo matt und unwohl, daß ſie nicht im Bette aufſitzen konnte. Die ganze Nacht hatte ſie vor Angſt und Be⸗ ſorgniß nicht ſchlafen können. Wohin werden wir ziehen? wo eine Wohnung finden, welche zur Ausübung des Erwerbs ſo geeignet iſt, wie dieſe? Wie wird es mir möglich ſein, der guten Loy ihr bischen Erſpartes, wel⸗ ches ſie mir als Darlehen gegeben, und das ich nun wohl bis nach vollbrachtem Umzug verbraucht haben werde, wieder zu erſtatten, da es überhaupt noch ſehr im Zweifel ſteht, ob ich je wieder geſund werde und ſo zu Kräften komme, daß ich wieder arbeiten kann,


