64
zu beſchreiben unterlaſſen müſſen. Bis faſt in die Stadt
verfolgt von der wüthenden Loh, der ſich eine gute Anzahl der nahewohnenden Weiber hilfreich anſchloſſen, die den böſen, hartherzigen Zankerl alle nicht leiden
konnten und ſich alſo der Gelegenheit freuten, ihr Müthchen an ihm kühlen zu können, gelangte der Herr
athemlos und erſchöpft in ſeine Wohnung, wo er, auf's Tiefſte gekränkt und von Gedanken der Rache erfüllt, ſich ſogleich zu Bette legen mußte und niederſchlagende Mittel gebrauchte, um nicht an den Folgen W erlit⸗ tenen Beleidigungen zu erkranken.
Der Haufen ergrimmter Weiber zog ſch nach und nach zur Mender, die von allen aufrichtig bedauert wurde. An Nachgiebigkeit von Seite des Hausbe⸗ ſitzers war nach dem Vorgefallenen nicht mehr zu den⸗ ken, und guter Rath deshalb theuer. Doch erhielt die Mender das Verſprechen, daß für ſie geſorgt werden ſollte. Dabei hatte es aber vor der Hand freilich n Bewenden.
Zwar ließ Herr gantert die Loy nicht augen⸗
blicklich, wie er gedroht hatte, aus dem Hauſe ſchaffen, denn mit der hatte er keine Luſt mehr. anzubinden. Da⸗ gegen wurde es Ernſt mit dem Ausziehen und die Loh
erkannte bei nachfolgender Ueberlegung, daß ſie durch ihre Heftigkeit jede Möglichkeit zur Vermittelung abge⸗
ichnitten hatte. Dafür hielt ſie ſich auch verpfüchtet,


