empörte Naſe führte. Dann griff er in die Taſche, zog die ſchildkrotene, mit Silber beſchlagene Doſe heraus, ſchnupfte bedächtig zwei⸗ oder dreimal und preßte die Lippen ſo bedenklich aufeinander, wie etwa ein Richter bei Entſcheidung eines ſchweren Rechtsfalles thun würde. In dieſer Stellung mit zuſammengekniffenem Munde, weit offenen Augen, hinaufgezogenen Augenbraunen, gerunzelter Stirn und nach hintenhängendem Filzhut ſah der Mann ſehr weiſe und bedenklich aus, faſt wie eine kleine Wetterwolke, die zu blitzen und zu donnern begin⸗ nen will. Endlich ſchien er mit ſeinen Betrachtungen zu Ende zu ſein und ſchritt auf die offenſtehende Haus⸗ thüre gravitätiſch zu. Die Loy, welche da handthierte, ſah ihn erſtaunt an; da aber das Grüßen nach aller Welt Brauch an dem iſt, der da kommt, und ſie das Männlein nicht kannte, ſo grüßte ſie ihn auch nicht, ſon⸗ dern beide maßen ſich mit den Blicken, während ihnen der mürriſche Groll aus den Augen leuchtete. Das Männ⸗ lein wurde gewaltig erboſt, als es ſich unbegrüßt em⸗ pfangen ſah, hielt aber die Loh für eine Magd der Men⸗ der, ſetzte ſich aufs hohe Pferd und befahl „Platz da gemacht, Jungferl!“ Die ſonſt ſo demüthige Loy, ohnehin erhitzt von der An⸗ ſtrengung, entgegnete erboſt:„Was ſchaffen's da, Mosjö? Wollen's machen, daß'ns weiter kommen oder nicht?“ „So?“— ſagte der Mann und ſchwoll auf, wie ein erzürnter Kater;„ſo⸗v⸗v⸗v⸗?“
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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
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