Loh war mit den Vorbereitungen zum Waſchen beſchäf⸗ tigt, der geheizte Keſſel brodelte in der Küche, die Däm⸗ pfe drangen aus dem Hauſe und der Vorplatz, ſo wie der Hausgang ſtand voll Zuber mit kaltem und warmem Waſſer, indem die gute Bärbi handthierte. In der Stube waren die Kleinen bei der im Bette ſitzenden Mutter, weil ihr gewöhnlicher Wärter und Beaufſichtiger Niklas zur Schule gegangen, und ſpielten da auf kleinem Raume. Draußen aber war der Schnee geſchmolzen; der laue Wind fegte ſcharf über die Flur und alle Wege ſtanden voll Schneewaſſer. Es war ein ſchmutziges, un⸗ freundliches Wetter. n Da näherte ſich der Hütte ein kleiner, wohlbeleibter Mann, deſſen Geſicht ganz dem abſcheulichen Tage glich. Denn wie am Himmel Wolke auf Wolke die andere drängte, ſo ſchien auf dem Antlitz dieſes wohlhäbig und patzig ausſehenden Männleins ein Grimm den andern, zu überhaſten und zu verjagen. Zornig ſchritt er durch das Heckengäßlein, das zur Hütte der Mender führte, bei jedem Schritt die gewichſten, mit Koth beſudelten Stiefel betrachtend, und kam dann ohne Anmeldung ungeheißen in das Grasgärtlein herein. Da blieb er ſtehen, ſtemmte das Stöcklein zornig gegen die Erde und betrachtete mit giftigen Aeuglein die zahlreichen Wäſchhenken, die langen arübergelegten Stangen und ſchnüffelte verdrießlich, als ihm der Wind den Dampf der Wäſche geradezu in die
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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
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