59
„So?“— höhnte vie erboſte Loy und ergriff dro⸗ hend einen Gießbecher voll Waſſer, auf den ſie mit einer bezeichnenden Gebehrde wies.
„Na, das fehlte noch, daß Sie ſich das eruuihe ſchrie der Mann.„Aber ich werde Sie einſperren laſſen!“
„Du?“ ſagte die Loy ſpöttiſch,„Du Gedanken von 'nem Mannli?“
„Platz da gemacht, ich bin pei Herr in dieſem Haufe!“ ſchrie der Mann wüthend und erhob den Stock mit drohendem Augenblitzen.
Die Mender hörte ſeine Stimme und eiſchrat und an der erboſten Loy, die ſo heftig einen Zuber nach dem andern bei Seite riß, daß ſich ein Theil des Inhaltes auf den Boden und über Stiefel und Beinkleider des Hausherrn ergoß, ſchritt derſelbe ganz ſteif vor Majeſtät und Zorn in das Zimmer.
„Guten Tag, Herr Zankerl!“ ſigte die kranke Mender„Geſchwind, Hans, räum' den Stuhl ab und ſtelle ihn dem Herrn Zankerl zrecht. Nehmen's halt gnädigſt Platz, ich bin krank, Herr Zankerl.“
„Wer iſt denn die unverſchämte Perſon, welche Sie 6 im Hauſe hat, Menderin?“ fragte Sankerl und ſchnaubte zornig.
„Es iſt eine gute Freundin, ſe heißt Bärbi Loh und it Aufwärterin in der Stadt. Mir aber ſpringt


