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Der arme Niklas : eine Erzählung für die Jugend / von Philipp Körber.
Entstehung
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ſah nicht, daß die Kleinen allmählich den Schreck am Schluſſe des Mittageſſens, den ihnen die plötzliche Er⸗ krankung ihrer Mutter verurſacht hatte, vergaßen und ihre kindlichen Spiele ſtörten keinen Augenblick das in⸗ brünſtige Gebet, welches aus ſeiner bedrängten Kinder⸗ bruſt zum Himmel emporſtieg. Kein Menſch vernahm es von all denen, die ruhig an dieſem treuen guten Kinde vorübergingen, ohne ſeine Noth und Angſt zu kennen. Nur das Ohr Heſſen, der alles hört, war ihm nicht ver⸗ ſchloſſen. Zum lieben Gott drangen die Seufzer des armen Knaben; Er hörte ſein Schreien und Seufzen und er beſchloß, zu helfen, wunderbar zu helfen, aber erſt zu Seiner Zeit.

Nahrungs⸗ und häusliche Sorgen.*

Vergebens hoffte die brave Mender, die Schmerzen, deren Vorboten ſie ſchon ſeit Jahren empfunden hatte, und die damit verbundene Geſchwulſt und Ermattung ihrer Glieder möchten, wie ſchon öfters, wieder nachlaſſen und vergehen. An dem auf dieſen Freitag folgenden Sonntage war ſie genöthigt, den vereinigten Bitten und Vorſtellungen der Loh, des Niklas und mehrerer theil⸗ nehmender Nachbarn nachzugeben und einen Arzt rufen zu laſſen. Dieſer erſchien und zog die ſorgfältigſte Erkun⸗ digung über ihren Zuſtand und ihre Lebensweiſe ein.