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„Halt, es eilt nicht. Vorhin war's nut eine Ohnmacht. Die Mutter hatte ſich durch die Nachtarbeit und das Abhetzen über ihre Kräfte angeſtrengt und da⸗ von kam die Schwäche. Aber ich fürchte, ſie kriegt das Gicht, denn die Schmerzen in den Beinen laſſen nicht nach.“
„Das Gicht? was iſt das?“ ſagte Niklas.
„Das iſt eine ſchmerzhafte Gliederkrankheit, welche beſonders häufig Leute unſeres Standes befällt, die an⸗ haltend mit Waſſerarbeit beſchäftigt ſind und dabei viel Kälte und abwechſelnd wieder Hitze leiden müſſen.“
„Ich will doch zum Doktor laufen, daß er geſchwind hilft.“.
„Das kann er nicht, ſo was geht oft gar nicht
und wenn es geht, nur ſehr langſam,“ ſagte die Loh
traurig.
„Wie lang dauert denn das?“ ſagte Niklas und blickte, gewohnt, die Sorgen ſeiner Mutter redlich zu theilen, bedenklich auf ſeine vier Geſchwiſter.
Die wackere Loh ſah und verſtand dieſen Blick. Gerührt ſagte ſie:„Aengſtige dich nicht; will es Gott, ſo wird es ſchnell vorübergehen. Wie aber auch das Lvos deiner Mutter fallen mag, ſo baue feſt auf mich, ich werde ſie und euch nicht verlaſſen!“ Damit erhob ſie ſich und ging in die Hütte. Niklas aber blieb nach⸗ denklich bei ſeinen Geſchwiſtern ſitzen. Er hörte und


