10
ſprungen und wollten ſich der Mutter nähern, als könn⸗ ten ſie ihr Beiſtand leiſten. Aber nun brachen ſie in lautes Weinen und Wehklagen aus und der Ruf: O Mutterle, Mutterle! drang weit aus der Hütte in die Umgebungen.
Die Loy beſchäftigte ſich mit ihrer Hausgenoſſin, denn die arme Mender verbleichte ſich jetzt gänzlich und ſank ohnmächtig an die Erde. Vom Jammerruf der Kinder herbeigezogen kam eine Nachbarin gelaufen. Mit Hilfe dieſer Frau wurde die Mender entkleidet, ins Bette geſchafft und dann ſo lange an Stirn und Schläfen mit friſchem Waſſer beſtrichen, bis ſie wieder zu ſich kam. Erſt als die arme Frau an ihre troſtlos wehklagenden Kleinen einige Worte richtete, erſt dann gelang es den. andern Weibern, die Kleinen zu ſtillen uns ayin zu bringen, daß ſie ſich vor dir bit begaben, um hier zu warten und die Wiäſche zu hütd Aber die Kinderluſt war hier weg; ſo freundlich auch die bbe Sonne ſchien, ſo grün auch Bäume, Hecken und Wiſen in ihren Strahlen ſchimmerten, die Kinderherzen waen durch die Leiden der Mutter im Innerſten verſtört, id ſelbſt die Kleinſten ſo betroffen, als ob ſie im Stane geweſen wären, die lange Kette von Leiden, Entbehru⸗ gen und Trübſalen im Voraus zu überblicken, welte ſich an die Erkrankung ihrer Ernährerin und Verſorgern anreihen würden. Stumm ſaß das kleine Häuflein in


