vom Freien aus in die Hütte drang, erſchrak die Frau, ließ das Hemd in die Wanne fallen und eilte aus der Hütte mit mütterlicher Beſorgniß. Aber das Weinen hatte bereits aufgehört; man vernahm nur unterdrücktes Wimmern. Dem Tone nacheilend flog die gute Frau über den Platz hin, der Ecke links zu, und ſtand da vor einer Gruppe von Kindern, die wir unſern Leſern be⸗ ſchreiben wollen.
Ein blondhaariger Knabe ſaß am Fuße eines Haſel⸗ nußbaumes, der aus der Hecke emporgeſchoſſen war, und hielt auf ſeinen Knieen ein kaum zweijähriges Mädchen, welches ſo bitterlich weinte. Zwei weißhaarige Buben, etwa ſechs und fünf Jahre alt, ſtanden daneben und guckten verdutzt bald auf das weinende Kind, bald auf die Mutter, welche mit erhitztem Geſicht und zorniger Miene über die zwiſchen ihr und den Kindern liegende Hecke herüber ſah. Ein kleines Mädchen von vier Jahren aber duckte ſich pfiffig hinter einen Strauch, und kaute eifrig an dem Reſte einer Brätzel, welchen ſie ſo⸗ eben dem kleinen Schreihals entriſſen hatte. Der größere Knabe, welcher das weinende Kind auf den Knien hielt, war ſo eifrig beſchäftigt, die Kleine zu ſtillen und durch Darreichung einer andern Brodkrume zu beſchwichtigen, daß er die Mutter gar nicht bemerkte. Aber die Kleine hatte ihren Verluſt noch nicht verſchmerzt und war eigen⸗ ſinnig genug, alles, was ihr der Bruder unter den zärt⸗


