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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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Die nächſte Sorge für Moriz, die ihn auch aus ſeiner Niedergeſchlagenheit immer wieder auf⸗ rief, betraf die Papiere über das unglückliche Ver⸗ hängniß, mit denen er das üble Gerücht von dieſer Schmach oder doch die Benachrichtigung der An⸗ gehörigen in die Gewalt zu bekommen wünſchte. Dem alten Vater mußte auß alle Weiſe die Kunde von dem Unglück wenigſtens vorerſt abgeſchnitten werden, und ob Cornelie oder ihr Vater zu be⸗ nachrichtigen ſei, blieb zu überlegen.

Ruhen, ſo erſchöpft ſich Moriz fühlte, konnte er nicht; er wandelte von Betrachtungen der ſchmerz⸗ lichſten Art getrieben, im Zimmer auf und nieder. Wie er ſich in den ganzen Verlauf des Ereigniſſes hinein dachte, blieb ihm nur die Unbeſonnenheit unbegreiflich, wie der Bruder das gefährliche Pa⸗ pier auf ſeinem bedenklichen Gang habe in der Taſche behalten können. Er zweifelte nicht, daß es jenes Patent geweſen ſei, das er, Tags vor ſeiner Entlaſſung, der Schweſter und Cornelien vorgezeigt hatte. Moriz konnte ſich ja nicht vor⸗ ſtellen, daß Lothar bei dieſer Entlaſſung den Rock

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