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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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ſtehenden Polizeidiener zum Beiſtand anmelden laſſen; die geängſtigte Gräfin aber, in Verlegen⸗ heit über ie ſteckbriefliche Verfolgung ihres Mannes, und ohnehin gegen den Arzt von geſtern Abend etwas mißtrauiſch, hatte ihn nicht angenommen. Als aber die Polizeileute fort— und die Werth⸗ ſachen, namentlich ein Kiſtchen mit dem Silberge⸗

räth ihrer Ausſtattung, nebſt dem Reiſewagen unter Siegel gelegt waren, überkam die einſame Frau eine verzweiflungsvolle Rathloſigkeit. Sich auch nur auszuſprechen fehlte ihr ſogar die Kammerjungfer, da ihre Liſette noch am Vorabende der Abreiſe des Dienſtes reuig geworden und zurückgeblieben war. Indem nun die an ſich ſelbſt gewieſene Frau ihre Lage in Betracht zog, und dem Benehmen ihres Mannes nachdachte, fand ſie bei ihrer Reizbarkeit ſich um ſo mehr geſtimmt, ihm das Schlimmſte beizumeſſen, als er ihr bereits unterwegs Grund zum Argwohn gegeben hatte. Sie legte ihm ſeine Eile, ſein Dringen auf Weiterreiſe nur als Angſt, als Flucht vor der ihm drohenden Verfolgung aus, und daß er dann, als ſie ſelbſt für die Weiterreiſe