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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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reichen Paſſagiere ausſtiegen und zum Thor hinauf wandelten ein Mittageſſen einzunehmen, kam der Graf zu einem Entſchluſſe.— Franz, ſagte er, die Fahrt geht mir zu langſam. Suche in der Stadt eine Chaiſe zu bekommen,— nach Mainz. Nimm gleich den Koffer mit, ich bezahle den Schiffer.

Recht ſo, Herr Graf! antwortete der kecke Menſch. Vom Land auf's Waſſer, vom Waſſer auf's Land, wie die Fröſche! So ſchlagen wir der Polizei ein Schnippchen. Aber ſo zu eilen, daß wir den Appetit darüber verlieren, haben wir juſt nicht nöthig. Meinen Ew. Gnaden nicht? Ich be⸗ ſtelle einen Kutſcher, und derweile befehlen der Herr Graf ſo was Frugales,— droben im Adler,— er ſibe

Nicht ſo leicht, als der Graf das Schiff ver⸗ laſſen konnte, war es ſeiner zurückgebliebenen Ge⸗ mahlin geworden, aus der verwirrenden Ueberraſch⸗ ung des frühen Tages einigermaßen zu ſich ſelbſt zu kommen. Doktor Rivière hatte ſich ihr alsbald und während noch die Unterhandlung mit dem Po⸗ lizeibeamten dauerte, durch den vor ihrer Thür